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Annabelle und Diederieke

Anabelle
Geboren: 2013
Gestorben: 20.06.2018
Rasse: Highland

Charakter: eine der zutraulichsten der Highland-Herde und eine fürsorgliche Mama

Abschied von Anabelle
Anabelle hat ihre Tochter Diederieke schon bei sich gehabt, als wir 2016 die damals 14-köpfige Highland-Herde übernahmen.

Sie lebte mit der Herde zusammen, ganzjährig draußen mit angrenzendem Offenstall. Sie genoss das Leben in dieser maximalen möglichen Freiheit zusammen mit ihren Freunden.

Zu ihrer Tochter Diederieke hatte sie eine tolle Bindung, ein Mutter-Tochter-Paar, das stets für berührende Bilder sorgte. 

Sie wurde - für uns völlig überraschend - im Juni 2018 tot auf der Weide vorgefunden. Anabelle wurde leider nur fünf Jahre alt.

Mach es gut, du Liebe, du bleibst unvergessen.

Foto: Nicole Tschierse

Ulla, die Eule

Ulla
Geboren: 14.07.2001 
Gestorben: 23.01.2020
Rasse: Highland

Charakter: eine der zutraulicheren der Highländer-Herde

Abschied von Ulla-die Eule
Ulla war eines der 14 schottischen Hochlandrinder, die wir 2016 als komplette Herde übernahmen. Zum Glück war sie nicht tragend.

Als Älteste der Herde war sie neben Chef Poppey das Leittier der Herde.

Sie hatte als eine der wenigen bereits einen Namen: Eule, so dass wir diesen gemäß unserem Rettungsalphabet ("U" war dran), mit ihrem neuen Namen Ulla kombinierten. Gerufen haben wir sie aber "Eule".

Man konnte sie jederzeit erkennen an der asymmetrischen Stellung ihrer imposanten Hörner.

Ulla Eule ist in der Nacht auf den 23.01.2020 gestorben. Sie war vorher nicht auffällig und ist wohl einfach hinüber gewechselt.

Mit 18einhalb Jahren ist das für ein Rind auch zulässig. Trotzdem war sie jemand, den wir vermissen werden. 💝

Du bleibst unvergessen, du warst ein tolles Tier!

Foto: Natalie Jazi

Rischka
Geboren: 16.05.2003
Gestorben: 21.09.2018
Rasse: Highland

Charakter: bescheiden und freundlich

Abschied von Rischka
Rischka war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm. Zu diesem Zeitpunkt war sie tragend.

Ihr Sohn Kurt kam am 04.04.2017 zur Welt. Rischka kümmerte sich liebevoll um ihn.

Rischka mit Baby Kurt

Rischka ist in der Nacht zum 21.09.2018 gestorben. Sie war bereits separiert und in tierärztlicher Behandlung seit zwei Tagen, weil sie Symptome einer Infektion gezeigt hatte. Seit der Geburt ihres letzten Kalbes Kurt kam sie nicht mehr in einen wirklich guten Zustand zurück, zumal sie sich auch noch um Kalb Lucille mit gekümmert hat, das von ihrer eigenen Mutter nicht ausreichend mit Milch versorgt werden konnte.

Leider wurden von der Vorbesitzerin relativ alte Tiere weiterhin zur Zucht verwendet, die ihre Energie besser in sich selbst hätten investieren sollen. Rischka war durch die "beiden Kinder" einfach zu sehr geschwächt. Sie hatte der Erkrankung zu wenig entgegen zu setzen.

Mit 15 1/2 Jahren hatte sie aber ein längeres Leben als die allermeisten Rinder.

Gute Reise meine Gute, du hast alles für die Kleinen in deiner Obhut gegeben und warst ein ganz bescheidenes und freundliches Tier ❤

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen.

Foto Nicole Tschierse

Henry
Geboren: 10.08.2016
Gestorben: 16.08.2016

Rasse: Schwarzbunter

Charakter: ein süßes Baby

Abschied von Henry
Henry hat seinen Kampf gegen den schweren Kälber Durchfall verloren. Henry war Idas Kalb. Ida stammt aus der Gießener Hofauflösung („450-er Rettung“). Die tragenden Kühe von dort haben eine Viruserkrankung mitgebracht, die für neugeborene Kälber sehr problematisch werden kann. Nach der Geburt des ersten Kalbes „Leo“ von White Paws Berta hatten wir diese Diagnose. Die anderen wurden geimpft und Leo hat es geschafft.

Bei Ida hat die Impfung scheinbar nicht gut angeschlagen. Henry hatte auch noch einige andere Bakterien obendrauf und die Hüftverletzung durch den versehentlichen Tritt seiner Mutter. Nach einigen Tagen intensiver Behandlung mit Medikamenten, Zufütterung von Elektrolyttränke und Infusionen ist er leider trotzdem gestorben. Die Mutter hatte bereits ein Kälbchen aus einer anderen Zwillingsgeburt im Betrieb dazu gestellt bekommen, damit sie ihre Milch los wird und nicht noch eine Euterentzündung entwickelt. Henry hat ja, geschwächt wie er war, nur wenig getrunken. Am Abend vor seinem Tod hat sie dann aufgehört sich weiter um Henry zu kümmern. Sie wusste offenbar schon, dass er es nicht schafft.

Es tut mir leid, mein Kleiner. Du hättest ein gutes Leben bekommen. Insgesamt haben wir mittlerweile übrigens rund 70 Rindern aus dem Nutzungsmoloch raus helfen können. Wir machen weiter!

Foto: Nicole Tschierse

Flora

Flora
Geboren: 01.05.2016
Gestorben: 10.03.2021
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: freundlich und lieb, menschenbezogen

Abschied von Flora
Flora hatte das Glück, für ein anderes Tier nachrücken zu können, das uns leider bei dem Versuch, es zu retten, entglitten ist. Ein wenige Tage altes Kalb wurde entgegen geltendem Recht dem Händler aufgenötigt. Dieser wollte es eigentlich auch nicht. Die Kälber reiner Milchrassen sind schon seit Längerem so wenig wert, dass das Futter nicht finanziert werden kann mit dem Erlös. Wir wollten übernehmen, mussten aber auf die Papiere der Blutuntersuchung warten, um uns nicht strafbar zu machen. Doch dann war das Kalb plötzlich verschwunden und wir bekamen nur wirre Auskünfte. Der Verbleib konnte nie endgültig geklärt werden. Wir bekamen eine Geschichte erzählt, die sich weder beweisen noch bestreiten ließ.

Wir haben stattdessen von den bereits eingegangenen Spenden gerettet, wen wir in die Finger bekommen haben. Dieses Kalb sah noch mit am besten aus aus der Gruppe der in Frage kommenden Tiere. Dennoch hatte es etliche Probleme. Den anfänglichen Durchfall und die partielle Pansenlähmung durch Mangelernährung und anschließende Futterumstellung haben wir in den Griff bekommen. Auch den bei Kälbern häufigen Lungeninfekt hat Flora leider nicht ausgelassen. Dann hat sie sich endlich zu einem schönen und gesunden Rind entwickelt, das sein Leben in Sicherheit noch lange hätte genießen können.

Aus "lange" wurden knapp 5 Jahre. Im März 2021 starb Flora einen sinnlosen Tod. Durch unabgesprochenes Umstellen und Neueinstallen von Rindern während der Stallzeit bei unserem Pensionslandwirt, wurde eine hochansteckende Infektionskrankheit eingeschleppt. Durch ihre oben beschriebene Krankengeschichte waren Teile von Floras Lunge vorgeschädigt. Sie hatte der aggressiven Rinder Grippe, mit der sie sich im Stall ansteckte, nicht genug entgegenzusetzen. Sie starb trotz mehrfacher Behandlungen innerhalb zweier Tage an der neuerlichen Lungenentzündung. Solche Tode können verhindert werden, wenn man den Tierbestand stabil hält oder zumindest Quarantänebereiche einrichtet. Leider ist das aber nicht immer ohne Weiteres umzusetzen. Wir arbeiten darauf hin, das zumindest hier bei uns im Sanamuhrium bald leisten zu können, wenn schon nicht auf allen Pensionsplätzen. Flora war ein freundliches und ganz bescheidenes Rind. Unaufdringlich und lieb. Sie hätte in unserer Obhut alt werden sollen. Mach es gut, du Schöne. Es wurde alles versucht, um dir zu helfen. Aber manchmal reicht auch das nicht aus 😥

Foto: Nicole Tschierse

Bruno

Bruno
Geboren: 25.05.2016
Gestorben: 23.11.2017
Rasse: Mix

Charakter: freundlich und lieb

Abschied von Bruno
Äußerlich unverletzt lag Bruno tot auf der Weide. Er war bei der letzten Gruppe, die noch kurz vor dem Einstallen stand. Äußerlich ohne sichtbare Verletzung lag er auf der Seite. Bei der letzten Kontrolle 12 Stunden vorher war er noch munter und unauffällig.

Die Obduktion blieb ohne Ergebnis. Es wurde allerdings nicht nach Gefäßanomalien gesucht, daher können wir ein Aneurysma oder Ähnliches nicht ausschließen. Pansen und Panseninhalt werden aber immer gründlich untersucht. Futtermenge und -qualität waren einwandfrei, angeblich auch keine Giftpflanzen zu finden. Herz, Nieren und Leber waren auch unauffällig.

Bruno, Du wurdest gerade einmal 1 1/2 Jahre alt. Es tut uns leid für Dich, dass Du nicht mehr Zeit mit deinen Freunden genießen durftest. Wir hatten dir mehr von allem Schönen gewünscht. Du warst noch nicht einmal ausgewachsen.

Foto: Nicole Tschierse

Josy
Geboren: 20.08.2012
Gestorben: 04.06.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: sehr lieb und sehr dankbar

Abschied von Josy
Josy hat eine besondere Geschichte. Ursprünglich wurde sie von einem aus dem Fernsehen bekannten Landwirt gerettet. Der Verein Rüsselheim e. V. bekam sie bei der Abholung und Rettung eines anderen Rindes quasi als Zugabe. Sie war in einem so schlechten Zustand, dass sie ein wirtschaftlicher Totalschaden für den Besitzer war. Josy schaffte es gerade noch auf den Anhänger, zwar mit Mühe, aber sie wollte wirklich unbedingt mit. Von dort ging der Weg für sie direkt in die nächste Tierklinik. Überall am Körper waren Geschwüre vom Liegen, die voller Eiter waren. Sie wurde operiert, mehrere 10 Liter Eimer Eiter wurden zum Ablaufen gebracht, die Wunden gespült, mit Medikamenten aller Art versorgt und trotzdem war die Klinik zuletzt der Meinung, es sei besser, Josy einzuschläfern.

Ich wurde vom anderen Verein um Hilfe gebeten und nahm Josy in meinem Quarantänestall auf, um sie weiter zu pflegen. Dorthin war es von der Klinik aus nur kurz zu fahren und die weitere medizinische Versorgung war gewährleistet, weshalb die Klinik zuletzt damit einverstanden war.
Zu unserer Freude entwickelte Josy bei uns schnell viel Lebensfreude. Sie kam mit ihren zum Teil bleibenden Körperschäden erstaunlich gut zurecht. Ein dickes Hinterbein blieb als Schönheitsfehler zurück und benötigte lediglich häufigere Klauenkorrekturen, die Abszesse am übrigen Körper heilten auch ab. Lediglich ihr gebrochener Schwanzansatz mit Nervenabriss, vermutlich nach einer gewaltsamen Geburt, blieb ein Problem aus ihrem Vorleben mit lebenslangen Folgen für sie. Sie konnte den Schwanz kaum bewegen und war inkontinent, hatte also keine Kontrolle darüber, wie und wann sie Kot und Urin absetzte.

Bei unserem Umzug von Bayern nach Niedersachsen kam sie mit uns mit, weil sie sich inzwischen mit Kuh Queenie gut angefreundet hatte und wir die beiden nicht trennen wollten. Das ist fast sechs Jahre her, seitdem war sie in einer kleinen Herde befreundeter Rinder und genoss die Sommer auf der Weide. Wunderbarer Weise kam sie trotz ihrer Behinderung immer gut zurecht.

Dieses Jahr kam die kleine Truppe erst etwas später, an Pfingsten, auf die Weide. Josy zog sich dabei zwei kleinere Verletzungen am Schwanz zu, an dem sie weiterhin kaum etwas fühlen konnte. Sofort setzten Fliegen dort ihre Eier ab, ein Problem, dass zwar grundsätzlich während der Weidezeit bekannt ist, das ich aber selbst noch nie bei meinen Tieren hatte, obwohl ab und zu kleinere Verletzungen vorkommen können. Sie wurde dagegen behandelt, aber die Fliegen gaben nicht auf und probierten es täglich aufs Neue. Also war die Überlegung, Josy wieder auf den Hof zu holen, um die Behandlungen leichter durchführen zu können, die scheinbar trotz allem täglich nötig blieben. Heute Nacht hat sie uns die Entscheidung abgenommen. Sie verstarb an dem Platz, an den sie sich nach dem Grasen hingelegt hatte. Warum sie starb, bringt vielleicht noch die pathologische Untersuchung ans Licht. Alle Kollegen, mit denen ich Rücksprache gehalten habe, halten Herzversagen oder einen Gefäßverschluss für am Wahrscheinlichsten.

Josy, wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Bilder sprechen für sich. Jetzt bist du wieder mit Frau Rosalie aus deiner kleinen Herde zusammen, die diesen Winter gestorben ist. Es war so bewegend nach deiner Rettung damals zu sehen, wie du plötzlich entdeckt hast, dass das Leben doch schön ist.

Du bleibst unvergessen.

Foto: Nicole Tschierse

Tofu

Tofu
Geboren: 16.02.2016
Gestorben: 06.10.2019
Rasse: Charolais-Mix

Charakter: wie ihre Mama lebensfroh, sehr lieb, unkompliziert und freundlich

Abschied von Tofu
Eigentlich wollte der Landwirt die 3-monatige Tofu behalten, um mit ihr weiter zu züchten. Aber wir versuchen immer - wenn möglich - ganze Familien zu retten. Rinder hängen sehr an ihren nahen Verwandten und Freunden. Als wir ihre Mutter Soja zusammen mit deren Freundin Rosine im Mai 2016 retteten, durfte Tofu dann auch mitkommen.
Tofu ist Sojas 13. Kalb und das einzige, das sie behalten durfte.

Tofu und Mama Soja lebten zusammen erst im Hunsrück und dann auf einem wunderschönen Pensionsplatz im Kreis Hessisch-Lichtenau.

Tofu verunglückte Anfang Oktober 2019 und wurde nur 3 1/2 Jahre alt.

Foto: Nicole Tschierse

Soja
Geboren: 09.02.2001
Gestorben: 05.02.2020
Rasse: Charolais

Charakter: lebensfroh, sehr lieb, unkompliziert und freundlich

Abschied von Soja
Soja war Rosines Freundin und sollte altersbedingt geschlachtet werden. Wir fanden sie vor als ein 15-jähriges schauriges Klappergestell mit massiven Fehlstellungen.

Ihre Tochter Tofu war ihr 13. Kalb und wir haben alle Drei im Mai 2016 gemeinsam befreit. Eigentlich wollte der Landwirt Tofu behalten, um mit ihr weiter zu züchten. Aber wir versuchen immer - wenn möglich - ganze Familien zu retten. Rinder hängen sehr an ihren nahen Verwandten und Freunden. Deshalb durfte Tofu dann auch mitkommen.

Soja lebte mit Tochter Tofu und Freundin Rosine zusammen erst im Hunsrück und dann auf einem wunderschönen Pensionsplatz im Kreis Hessisch-Lichtenau.

Soja starb Anfang Februar 2020 und verfehlte ihren 19. Geburtstag um nur 4 Tage. Ein stolzes Alter für eine einst derart ausgebeutete Milchkuh und 13-fache Mutter.

Foto: Nicole Tschierse

Krawalli

Krawalli
Geboren: 14.02.2012
Gestorben: 16.06.2020
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: erst Krawallschachtel, später entspannt, selbstbewusst, stolz


Abschied von Krawalli
Krawalli stammte aus der Gießener Rettung, einer Hofauflösung wegen schlechter Haltung, mehrere Hundert Rinder waren damals betroffen. Einige davon konnten von Vereinen gerettet und auf Lebenshöfen untergebracht werden. Zum Teil sind sie dort leider wegen ihres schlechten Zustandes schon bald gestorben.
Krawalli stand eigentlich bei keinem Verein auf der Liste der Tiere, die übernommen werden sollten. Sie rettete sich mit einem Hechtsprung auf unseren bereit stehenden Anhänger einfach selber, denn niemand brachte es fertig, sie wieder in den Stall zurück zu treiben. Von da ab hat sie nach und nach ihre Unruhe stiftende Art abgelegt, die sie wohl beim Vorbesitzer immer und bei uns anfangs auch gezeigt hat.

Leider war sie nie lange gesund. Ständig hatte sie größere und kleinere Probleme aller Art, als würde etwas an ihr den schwächsten Punkt suchen.
Vor Kurzem scheint dieses Etwas Erfolg gehabt zu haben. Ihre seit dieser Weidesaison zunehmend verformten Nebenhöhlen und Kieferäste wurden ausgiebig in der Rinder Klinik untersucht und, soweit möglich, behandelt. Das Ergebnis war nicht ganz eindeutig. Die Prozesse an mehreren Stellen des Kopfes waren auf jeden Fall entzündlich. Ob auch tumorös, konnte nicht ganz sicher ausgeschlossen werden.

Leider sind die Knochenverformungen nicht rückgängig zu machen. Zähne haben sich gelockert, die Atmung war erschwert, ein Kieferknochen insgesamt instabil, mehrere offene Stellen hätten weitere Infektionsgefahr bedeutet. Heute hat sie uns die Entscheidung leichter gemacht, denn ihr Zustand hat sich über das Wochenende deutlich verschlechtert in der Klinik. Deshalb habe ich mich soeben in Absprache mit den Klinikärzten für die Euthanasie entschieden. Leid um jeden Preis zu verlängern, wäre keine gute Alternative gewesen.
Run free ❤😓

Text: Nicole Tschierse 16.06.20| Foto: Nicole Tschierse