Springe zum Inhalt

Judith
Geboren: 30.03.2017 
Gestorben: 15.03.2021
Rasse: Mix

Charakter: neugierig, unternehmungslustig, selbstbewusst

Abschied von Judith
Judith hatte das große Glück in Freiheit geboren worden zu sein. Ihre Mutter Gertrud wurde von uns trächtig übernommen. Die beiden waren immer unzertrennlich. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hatte sich Judith entsprechend entwickelt. An den von Gertrud angezettelten Weideausbrüchen war sie stets beteiligt.
Leider fiel sie, wie auch kurz vorher Flora, der grassierenden Rindergrippe in einem unserer Pensionsställe zum Opfer.
Judith war zu einem großen und prächtigen Rind heran gewachsen unter den wachsamen Augen ihrer Mutter. An ihr war nie etwas Schwächliches. Sie war jung und gesund. In zwei Wochen wäre sie vier Jahre alt geworden.
Dieser Virus macht seine eigenen Gesetze.


Vormals:
Judith ist Gertruds Tochter, welche tragend vor der Schlachtung gerettet wurde. Judith wurde in der Sicherheit eines Lebenshofes geboren und hat noch nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Die beiden sind fast nur im Duo anzutreffen. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hat sich Judith entsprechend entwickelt, sprich: sie macht ihrer Mama jeden Unsinn nach - zum Beispiel aus Weiden ausbrechen, indem "man" über Zäune springt.

Judith

Judith war ausgewachsen leicht zu erkennen an ihrem Rotschopf, den sonst kein anderes unserer Rinder aufweist. Als Kälbchen war sie uni hell, auf dem Foto rechts ist sie vier Wochen alt.

Foto: Nicole Tschierse, Marietta Anton

Rosalie
geboren: 11.02.2012
gestorben: 05.03.2020

Rasse: Schwarzbunte
Charakter: erst sehr ängstlich, später freundlich, fröhlich, verschmust

Abschied von Frau Rosalie
Sie stammte aus einer Betriebsauflösung und wurde von einer privaten Retterin an uns vermittelt, um sie vor dem Export zu bewahren. Sie war ein freundliches, aber schüchternes Tier mit wenig Selbstbewusstsein. 
Sie fand sich nach und nach bei Tier und Mensch ein und fühlte sich in einer kleinen Vierer-Herde bestens aufgehoben. Sie stand zusammen mit Vroni, Queenie und Josy. Sowohl auf der Weide als auch im Winterquartier sorgten wir für ein ihr bekanntes und stabiles Umfeld.

Anfang März 2020 hatte Frau Rosalie nachts einen Unfall im Stall, bei dem sie schwer an der Wirbelsäule verletzt wurde. Was genau passiert ist, können wir nur mutmaßen. Vermutlich hatte es mit Brunft und sehr viel Pech zu tun, denn diese Vierergruppe hat eigentlich ausgezeichnet zusammen gepasst. Den Folgetag über haben wir versucht, ihr wieder auf die Beine zu helfen. Aber es hat nichts Wirkung gezeigt und irgendwann war klar, dass wir ihr keinen Gefallen damit tun, weiter abzuwarten. Manchmal ist es nur schwer zu ertragen.

Liebe Rosalie, du hast uns viel Freude bereitet und bleibst unvergessen!

Foto: Nicole Tschierse

Enzo

Enzo
Geboren: 27.09.2016
Gestorben: 25.12.2016
Rasse: Mix

Charakter: ein zufriedener, genügsamer Kerl

Abschied von Enzo
Enzo war der Sohn von Julia aus der Gießener Rettung (450er). 
Er starb an den Folgen eines Unfalls: in der Gruppe haben zwei brünftige Kühe versucht, aufeinander aufzureiten. Dabei haben sie Enzo versehentlich so unglücklich an die Absperrung gedrückt, dass er seinen inneren Verletzungen erlag.

Es tut mir leid, mein Kleiner. Du hättest ein gutes Leben bekommen. 

Foto: Nicole Tschierse

Annabelle und Diederieke

Anabelle
Geboren: 2013
Gestorben: 20.06.2018
Rasse: Highland

Charakter: eine der zutraulichsten der Highland-Herde und eine fürsorgliche Mama

Abschied von Anabelle
Anabelle hat ihre Tochter Diederieke schon bei sich gehabt, als wir 2016 die damals 14-köpfige Highland-Herde übernahmen.

Sie lebte mit der Herde zusammen, ganzjährig draußen mit angrenzendem Offenstall. Sie genoss das Leben in dieser maximalen möglichen Freiheit zusammen mit ihren Freunden.

Zu ihrer Tochter Diederieke hatte sie eine tolle Bindung, ein Mutter-Tochter-Paar, das stets für berührende Bilder sorgte. 

Sie wurde - für uns völlig überraschend - im Juni 2018 tot auf der Weide vorgefunden. Anabelle wurde leider nur fünf Jahre alt.

Mach es gut, du Liebe, du bleibst unvergessen.

Foto: Nicole Tschierse

Vespa

Vespa
Geboren: 01.05.2010 
Gestorben: 06.01.2022

Rasse: Highland

Charakter: "Übermutter", skeptisch gegenüber Menschen

Abschied von Vespa
Ein Nachruf von Nicole Tschierse

Lebe wild. Sterbe frei ❤
Das neue Jahr 2022 beginnt leider damit, dass wir Abschied von einer unserer Highland Kühe nehmen mussten. Vespa war das Rind der Herde, das gegenüber Menschen am meisten Misstrauen hegte. Mit Recht. Schließlich war geplant, sie mit ihrer kleinen Tochter Toyota bei Fuß, ihrer noch ungeborenen Tochter Mogli im Leib und der ganzen restlichen Herde, dem Schlachter zu übergeben. Das ist nicht passiert. Sie konnte ihre Töchter in Sicherheit und Freiheit aufwachsen sehen. Sie hat jeden attackiert, der sich ihren wertvollen Schätzen nähern wollte. Als Mogli frisch geboren war und noch nicht von Mutti eingenordet, hat die Kleine sich mir vertrauensvoll und neugierig auf noch wackeligen Beinchen genähert. Sie wollte wissen, wer ich so bin, jetzt wo sie auch auf der Welt war 🙈.
Ich war eigentlich weit genug entfernt auf der Weide, aber die kleinen Kälber sind ja schon ziemlich schnell. Vespa war so entsetzt, dass sie keine Zeit hatte, meine Exekution zu planen und durchzuführen. Sie hat ihre Kleine geschnappt und sie mit fliegenden Hufen weggebracht aus Menschennähe. Kurze Zeit darauf bekam man von beiden Töchtern maximal noch die Köpfe zu sehen, die vorsichtig hinter Muttis Popo vorspitzten.
Als die beiden größer wurden, sind sie dennoch so gut wie nie von der Seite ihrer Mutter gewichen. Vespa hat in den letzten Wochen einen Gebärmuttervorfall entwickelt. Unabhängig von Geburten, mit denen das häufig im Zusammenhang steht, kann sich das auch durch altersbedingte Bindegewebeschwäche entwickeln. Manchmal geht er von selbst wieder zurück, manchmal kann man ihn mit einem Eingriff beheben. Manchmal kann man nichts mehr machen. Bei Vespa war der Verlauf schnell und massiv. Wir beschlossen, sie gehen zu lassen und das hat sie auch friedlich angenommen. Bei einem Tier wie sie es war, hat es viel Bedeutung, Einverständnis signalisiert zu bekommen. Es war ihre Art zu danken, dass wir sie bis zuletzt in Ruhe gelassen haben und sie ihre Töchter bei uns in Sicherheit weiß. Vespa, du warst eine große, stolze Kriegerin und niemand durfte dir das nehmen 💕


Vespas Geschichte
Vespa war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm - zu diesem Zeitpunkt war sie tragend und hatte ein wenige Monate altes Kalb, Tochter Toyota, an ihrer Seite.

Im Mai 2017 schenkte Vespa als fünfte tragende Kuh der Herde einem weiteren Kälbchen das Leben: Mogli.

Vespa war die Übermutter in der Gruppe und immer sehr besorgt um die Kleinen, auch um die, die nicht zu ihr gehören. Menschliche Übergriffe auf jüngere Herdenmitglieder duldete sie nicht. Ihre eigenen Töchter versteckt sie immer hinter sich. Auch nach Jahren noch. Zuviele ihrer Kälber wurden ihr scheinbar im Laufe ihres Lebens weggenommen.

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen.

Highländer
Vespa mit Baby Mogli

Fotos: Nicole Tschierse

Ulla, die Eule

Ulla
Geboren: 14.07.2001 
Gestorben: 23.01.2020
Rasse: Highland

Charakter: eine der zutraulicheren der Highländer-Herde

Abschied von Ulla-die Eule
Ulla war eines der 14 schottischen Hochlandrinder, die wir 2016 als komplette Herde übernahmen. Zum Glück war sie nicht tragend.

Als Älteste der Herde war sie neben Chef Poppey das Leittier der Herde.

Sie hatte als eine der wenigen bereits einen Namen: Eule, so dass wir diesen gemäß unserem Rettungsalphabet ("U" war dran), mit ihrem neuen Namen Ulla kombinierten. Gerufen haben wir sie aber "Eule".

Man konnte sie jederzeit erkennen an der asymmetrischen Stellung ihrer imposanten Hörner.

Ulla Eule ist in der Nacht auf den 23.01.2020 gestorben. Sie war vorher nicht auffällig und ist wohl einfach hinüber gewechselt.

Mit 18einhalb Jahren ist das für ein Rind auch zulässig. Trotzdem war sie jemand, den wir vermissen werden. 💝

Du bleibst unvergessen, du warst ein tolles Tier!

Foto: Natalie Jazi

Rischka
Geboren: 16.05.2003
Gestorben: 21.09.2018
Rasse: Highland

Charakter: bescheiden und freundlich

Abschied von Rischka
Rischka war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm. Zu diesem Zeitpunkt war sie tragend.

Ihr Sohn Kurt kam am 04.04.2017 zur Welt. Rischka kümmerte sich liebevoll um ihn.

Rischka mit Baby Kurt

Rischka ist in der Nacht zum 21.09.2018 gestorben. Sie war bereits separiert und in tierärztlicher Behandlung seit zwei Tagen, weil sie Symptome einer Infektion gezeigt hatte. Seit der Geburt ihres letzten Kalbes Kurt kam sie nicht mehr in einen wirklich guten Zustand zurück, zumal sie sich auch noch um Kalb Lucille mit gekümmert hat, das von ihrer eigenen Mutter nicht ausreichend mit Milch versorgt werden konnte.

Leider wurden von der Vorbesitzerin relativ alte Tiere weiterhin zur Zucht verwendet, die ihre Energie besser in sich selbst hätten investieren sollen. Rischka war durch die "beiden Kinder" einfach zu sehr geschwächt. Sie hatte der Erkrankung zu wenig entgegen zu setzen.

Mit 15 1/2 Jahren hatte sie aber ein längeres Leben als die allermeisten Rinder.

Gute Reise meine Gute, du hast alles für die Kleinen in deiner Obhut gegeben und warst ein ganz bescheidenes und freundliches Tier ❤

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen.

Foto Nicole Tschierse

Henry
Geboren: 10.08.2016
Gestorben: 16.08.2016

Rasse: Schwarzbunter

Charakter: ein süßes Baby

Abschied von Henry
Henry hat seinen Kampf gegen den schweren Kälber Durchfall verloren. Henry war Idas Kalb. Ida stammt aus der Gießener Hofauflösung („450-er Rettung“). Die tragenden Kühe von dort haben eine Viruserkrankung mitgebracht, die für neugeborene Kälber sehr problematisch werden kann. Nach der Geburt des ersten Kalbes „Leo“ von White Paws Berta hatten wir diese Diagnose. Die anderen wurden geimpft und Leo hat es geschafft.

Bei Ida hat die Impfung scheinbar nicht gut angeschlagen. Henry hatte auch noch einige andere Bakterien obendrauf und die Hüftverletzung durch den versehentlichen Tritt seiner Mutter. Nach einigen Tagen intensiver Behandlung mit Medikamenten, Zufütterung von Elektrolyttränke und Infusionen ist er leider trotzdem gestorben. Die Mutter hatte bereits ein Kälbchen aus einer anderen Zwillingsgeburt im Betrieb dazu gestellt bekommen, damit sie ihre Milch los wird und nicht noch eine Euterentzündung entwickelt. Henry hat ja, geschwächt wie er war, nur wenig getrunken. Am Abend vor seinem Tod hat sie dann aufgehört sich weiter um Henry zu kümmern. Sie wusste offenbar schon, dass er es nicht schafft.

Es tut mir leid, mein Kleiner. Du hättest ein gutes Leben bekommen. Insgesamt haben wir mittlerweile übrigens rund 70 Rindern aus dem Nutzungsmoloch raus helfen können. Wir machen weiter!

Foto: Nicole Tschierse

Flora

Flora
Geboren: 01.05.2016
Gestorben: 10.03.2021
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: freundlich und lieb, menschenbezogen

Abschied von Flora
Flora hatte das Glück, für ein anderes Tier nachrücken zu können, das uns leider bei dem Versuch, es zu retten, entglitten ist. Ein wenige Tage altes Kalb wurde entgegen geltendem Recht dem Händler aufgenötigt. Dieser wollte es eigentlich auch nicht. Die Kälber reiner Milchrassen sind schon seit Längerem so wenig wert, dass das Futter nicht finanziert werden kann mit dem Erlös. Wir wollten übernehmen, mussten aber auf die Papiere der Blutuntersuchung warten, um uns nicht strafbar zu machen. Doch dann war das Kalb plötzlich verschwunden und wir bekamen nur wirre Auskünfte. Der Verbleib konnte nie endgültig geklärt werden. Wir bekamen eine Geschichte erzählt, die sich weder beweisen noch bestreiten ließ.

Wir haben stattdessen von den bereits eingegangenen Spenden gerettet, wen wir in die Finger bekommen haben. Dieses Kalb sah noch mit am besten aus aus der Gruppe der in Frage kommenden Tiere. Dennoch hatte es etliche Probleme. Den anfänglichen Durchfall und die partielle Pansenlähmung durch Mangelernährung und anschließende Futterumstellung haben wir in den Griff bekommen. Auch den bei Kälbern häufigen Lungeninfekt hat Flora leider nicht ausgelassen. Dann hat sie sich endlich zu einem schönen und gesunden Rind entwickelt, das sein Leben in Sicherheit noch lange hätte genießen können.

Aus "lange" wurden knapp 5 Jahre. Im März 2021 starb Flora einen sinnlosen Tod. Durch unabgesprochenes Umstellen und Neueinstallen von Rindern während der Stallzeit bei unserem Pensionslandwirt, wurde eine hochansteckende Infektionskrankheit eingeschleppt. Durch ihre oben beschriebene Krankengeschichte waren Teile von Floras Lunge vorgeschädigt. Sie hatte der aggressiven Rinder Grippe, mit der sie sich im Stall ansteckte, nicht genug entgegenzusetzen. Sie starb trotz mehrfacher Behandlungen innerhalb zweier Tage an der neuerlichen Lungenentzündung. Solche Tode können verhindert werden, wenn man den Tierbestand stabil hält oder zumindest Quarantänebereiche einrichtet. Leider ist das aber nicht immer ohne Weiteres umzusetzen. Wir arbeiten darauf hin, das zumindest hier bei uns im Sanamuhrium bald leisten zu können, wenn schon nicht auf allen Pensionsplätzen. Flora war ein freundliches und ganz bescheidenes Rind. Unaufdringlich und lieb. Sie hätte in unserer Obhut alt werden sollen. Mach es gut, du Schöne. Es wurde alles versucht, um dir zu helfen. Aber manchmal reicht auch das nicht aus 😥

Foto: Nicole Tschierse

Bruno

Bruno
Geboren: 25.05.2016
Gestorben: 23.11.2017
Rasse: Mix

Charakter: freundlich und lieb

Abschied von Bruno
Äußerlich unverletzt lag Bruno tot auf der Weide. Er war bei der letzten Gruppe, die noch kurz vor dem Einstallen stand. Äußerlich ohne sichtbare Verletzung lag er auf der Seite. Bei der letzten Kontrolle 12 Stunden vorher war er noch munter und unauffällig.

Die Obduktion blieb ohne Ergebnis. Es wurde allerdings nicht nach Gefäßanomalien gesucht, daher können wir ein Aneurysma oder Ähnliches nicht ausschließen. Pansen und Panseninhalt werden aber immer gründlich untersucht. Futtermenge und -qualität waren einwandfrei, angeblich auch keine Giftpflanzen zu finden. Herz, Nieren und Leber waren auch unauffällig.

Bruno, Du wurdest gerade einmal 1 1/2 Jahre alt. Es tut uns leid für Dich, dass Du nicht mehr Zeit mit deinen Freunden genießen durftest. Wir hatten dir mehr von allem Schönen gewünscht. Du warst noch nicht einmal ausgewachsen.

Foto: Nicole Tschierse