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Scotty

Scotty
Geboren: 01.02.2008
Rasse: Weiße Milchziege

Charakter: Heiler, Zauberer, Spaßvogel: unvergleichlich

Abschied von Scotty
Scotty hatte die Größe eines Zwergpudels und die Entscheidungssicherheit eines Generals, als ich ihn das erste mal traf. Im Schlachthof. Er sah mich, kam zu mir gelaufen, während alle anderen Schafe und Ziegen in die letzte Ecke zurück wichen, und blieb an meine Beine gedrückt bei mir. Solange, bis auch der Metzger einsah, dass ich den jetzt mitnehme. Auch wenn er für Ostern schon als Braten vorbestellt war. Er setzte sich gemütlich und entspannt auf den Rücksitz des Autos und eine wunderbare Freundschaft begann. Am Abend nach seiner Rettung vormittags war meine Schuppenflechte an Händen und Armen, die mich seit Monaten zunehmend quälte und entstellte, verschwunden. Nicht besser, nicht weniger schlimm, nicht in beginnender Abheilung. Sie war komplett weg. Und so hat er sein ganzes Leben lang für mich gezaubert. Als sein Körper zu alt für seine schöne Seele wurde, hat er mich vorübergehend alleine gelassen. Aber wir werden uns bestimmt wieder treffen auf irgendeine Art und Weise.

Foto: Selina Kiesling

Tom

Tom
Geboren: 12.04.2007
Gestorben: 25.09.2016
Rasse: Zwergziege

Charakter: ideenreich, lebenslustig, forsch

Abschied von Tom
Tom kam mit Jacky im April 2014 zu uns.
Von einer Tierschützerin kam ein Notruf. Beim Einkaufen im Bioladen wurde sie auf zwei Zwergziegen aufmerksam, für die dort per Aushang ein Platz gesucht wurde. Sie sollten ansonsten geschlachtet werden. Ich fuhr letztlich mit ihr hin, um mir ein Bild zu machen. Die Leute waren unglaublich gleichgültig gegenüber ihren Tieren.
Gut gepflegt und ordentlich gehalten, aber ohne Interesse und Zuneigung. Sie waren sich nicht mal mit dem Geschlecht der beiden Tiere sicher, obwohl sie die beiden schon jahrelang hielten.
Die beiden Ziegen waren so klein und die Leute so unzulänglich, dass wir die Ziegen direkt ins Auto steckten und mitnahmen. Aus dem vorläufigen Pflegeplatz wurde eine Endstelle. Die beiden sind bzw. waren ganz bezaubernde kleine Joker. Leider verließ Tom uns im September 2016 nach einer Harnwegserkrankung.

Mach es gut kleiner Mann, du wirst hier sehr fehlen.

Foto: Selina Kiesling

Ilse Apple to go

Ilse
Geboren: 2007
Gestorben: 28.09.2019
Rasse: Zwergziegen Mix

Charakter: clever, charmant, lösungsorientiert, außergewöhnlich

Abschied von Ilse
Am 06. Juli 2018 wurde Ilse zu uns umgesiedelt. Sie war schon 11 Jahre und hatte seit ihren Kindertagen nicht mehr mit anderen Ziegen zu schaffen. Ilse konnte dort, wo sie war nicht mehr versorgt werden aus gesundheitlichen Gründen. Erstmal war sie sehr überfordert und auch wütend über die ungewollte Veränderung. Mit Menschen war sie von Anfang an großartig. Nach einiger Zeit hat sie ihre neuen Möglichkeiten geliebt und auch voll ausgeschöpft.
Im September 2019 hat sie uns verlassen und wir waren untröstlich. Eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, die wir je kennen lernen durften, ist aufgebrochen, um andere Dinge zu erfahren. Ilse ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Anekdote 22.08.2019:
Ilse ist möglicherweise eine der cleversten Personen am Hof. Heute hat sie mich zum wiederholten Male dran gekriegt beim Rein-/ Rausfahren am Hoftor und ist entwischt. Da sie nur das Unkraut reduziert an unserer Straßenseite, war mir das mal eben kurz egal. Aber dann hab ich sie völlig draußen vergessen. Viel später ist sie mir siedend heiß wieder eingefallen. Da sie nirgends mehr zu sehen war, bin ich mit dem Auto los. Und wo war sie? Perfekt selbständig aufgeräumt auf der Weide hinterm Hof bei unseren Rindern. Da ist Wasser, ein Zaun drumherum, damit sich niemand aufregt, auch wenn sie den natürlich frei passieren kann, deshalb war sie ja drin. Und Kraftfutterreste von den Rindern hat sie dort auch noch gefunden und "aufgeräumt". Mitarbeiter, die eigenständig zum Wohle des Betriebes denken und handeln: unbezahlbar ❤

Foto: Nicole Tschierse

Heidi

Heidi 
Geboren: 15.03.2007
Gestorben: April 2018
Rasse: Edelziege

Charakter: lebensfroh und selbständig

Abschied von Heidi
Heidi war mein erstes aus dem Schlachthof gerettetes Tier. Die Idee dazu entstand aus der Notwendigkeit, ein Gegengewicht für mich zu schaffen, zum Töten am Schlachthof, dem ich im Rahmen meiner Arbeit beiwohnen musste. Die beste Idee.

Foto: Nicole Tschierse

Schlomi

Schlomi
Geboren: unbekannt
Gestorben: 2014
Rasse: Bergschaf

Charakter: unglaublich lieb und zärtlich

Abschied von Schlomi
Schlomi war alt, sterbenskrank, fiebrig und schwach, als ich sie im Schlachthof bemerkte. Definitiv genussuntauglich. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte und von einer anderen Tierschützerin dazu ermutigt wurde, holte ich sie am nächsten Tag im Auto nach Hause. Ansonsten wäre sie getötet und weggeworfen worden. Sie verbrachte noch ein dreiviertel Jahr in meiner Obhut. Erst zur intensiven Behandlung mit im Haus, wo sie sich sehr behaglich fühlte und sich wie einer der Hunde benahm. Später noch eine Weile am Stall, wo sie sich weiterhin nur für die Menschen interessiert hat. Sie war einfach nur freundlich und sanft.

Fotos: Nicole Tschierse

Schafe in Wald und Flur, Erinnerung an Schlomi

Zwischen mir und meinem ersten Partner gab es einmal einen Streit, der eine von mir in unserem Toilettenraum einquartierte Mäusefamilie zum Inhalt hatte.

Heinerbert

Heinerbert
Geboren am: 01.03.2016
Gestorben: 08.02.2021
Rasse: Merino Schaf

Charakter: freundlich, zugewandt

Abschied von Heinerbert.
Wir sind untröstlich. Seine Zeit im Versuchslabor hat Schädigungen erzeugt, die ihn früh das Leben kosteten.

Heinerbert kam im Juni 2018 zu uns. Nicole hatte ihn nach dem Hilferuf einer Freundin im letzten Augenblick aus dem Verschlag eines Landmetzgers befreien können. Dieses Schaf war aus einer Klink und stand de Studenten für Versuche und Übungen "zur Verfügung". Es hatte einem ihrer Schafe durch eine Blutspende das Leben gerettet. Sie wollte ihn übernehmen, wenn er abzugeben wäre, aber sie wurde nicht kontaktiert, als es soweit war. Stattdessen erfuhr sie durch Zufall, dass er schon zur Schlachtung weggegeben worden war. Sie setzte alle Hebel in Bewegung und als Nicole kam, war der Hof schon voller Käufer, die sich ihr Schaf zur Schlachtung auswählten. Drei Tiere konnten in Nicoles Auto in Sicherheit gebracht werden, Gesine, Gisbert und Heinerbert.

Während Heinerbert noch jung war, waren die aus privater Haltung stammende Gesine und Gisbert schon mindestens 10 Jahre alt.

Heinerbert war anfangs etwas schüchtern, wurde aber schnell zum anhänglichsten Schmuser, den man sich nur vorstellen kann. Er forderte Streicheln direkt ein, sogar von unseren Besuchern. Keiner konnte sich seinem Charme entziehen. Umso erstaunlicher finden wir es, dass sich in dem Versuchslabor nicht einer der Studenten für ihn eingesetzt hat, als sein Todesurteil gesprochen wurde. Ebenso erstaunlich ist es, dass Heinerbert so unbefangen auf Menschen zuging.

Leider haben uns Gesine - im September 2019 - und Heinerbert - im Februar 2021 - verlassen. Seine Lunge hatte durch die wiederholten Entzündungen durch verschlucktes Futter zu großen Schaden genommen

Als deutlich wurde, dass ihm mit keiner Behandlung der Welt mehr geholfen werden kann, gab es nur noch Verwöhnen, bis er auch das nicht mehr annehmen wollte und konnte. Mit ihm Zeit zu verbringen war immer ein Segen, er fehlt sehr. Hier durfte er das erste Mal auf eine Weide und niemand übte Spritzen, Venenkatheter und Schlundsonden legen an ihm und wozu er sonst noch herhalten musste in seinem vorherigen Leben. Seine Freiheit und seine Unversehrtheit durfte er bis zuletzt behalten, wenn auch nicht so lange, wie wir es uns für ihn und uns gewünscht hätten.

Foto: Nicole Tschierse

Gisbert

Gisbert
geboren am 01.03.2005
gestorben am 22.11.2021
Rasse: Mix

Charakter: fröhlich und lieb

Gisbert kam zu uns im Juni 2018. Vor der Schlachtung bewahren konnten wir hier gleich drei ganz besonders liebenswerte Persönlichkeiten: die drei Schafe Gisbert, Gesine und Heinerbert.

Während Heinerbert noch jung war und aus einem Versuchslabor stammt, waren Gisbert und Gesine schon mindestens 10 Jahre alt und stammten aus privater Haltung. Alle drei waren schon geschlachtet reserviert, doch das
konnten wir abwenden. Wir schmusen jetzt stattdessen mit ihnen und das finden wir alle schöner.

Gisbert hat ein orthopädisches Problem, das leider mehrere Fachärzte nicht wirklich benennen oder beheben konnten. Vermutlich nicht zuletzt seinem Alter geschuldet, läuft er einfach schlecht. Einen kleinen Galopp schafft er aber bisher noch, wenn es auf eine frische Weide geht. Solange das möglich ist, kann er sein Leben auch noch eine Weile genießen.

Leider hat uns Gesine im September 2019 verlassen.

Foto: Nicole Tschierse

Gesine

Gesine
Geboren: ca. 2009
Gestorben: 04.09.2019
Rasse: Schaf

Charakter: scheu

Abschied von Gesine
Gesine kam zu uns im Juni 2018. Vor der Schlachtung bewahren konnten wir hier gleich drei ganz besonders liebenswerte Persönlichkeiten: die drei Schafe Gesine, Gisbert und Heinerbert.

Während Heinerbert noch jung war und aus einem Versuchslabor stammt, waren Gisbert und Gesine schon mindestens 10 Jahre alt und stammten aus privater Haltung. Alle drei waren schon geschlachtet reserviert, doch das
konnten wir abwenden und retteten die drei aus einer Landmetzgerei. Wir schmus(t)en jetzt stattdessen mit ihnen und das finden wir alle schöner.

Gesine ist in der Nacht vom 23.09.19 ruhig und schnell gestorben. Wie alt sie tatsächlich bei Übernahme waren ist unklar, Gesine war ja auch kein Hammel, wie der Verkäufer behauptet hatte. Sie hat seit einiger Zeit körperlich abgebaut und jetzt noch zusätzlich an einem Atemwegsinfekt gelitten. Während der Behandlung haben ihre angeschlagenen Organe nun endgültig ihren Dienst versagt. Wenn man alt geworden ist, darf man sich auch irgendwann hinlegen, um nicht mehr aufzustehen ...

Eigentlich war sie immer scheu. Während ihrer intensiven Pflege die letzten Tage sind wir uns sehr nah gekommen. Sie hat alles dankbar und bescheiden angenommen, sie hatte ein wirklich liebenswertes Wesen und ich wünsche ihr viel Spaß in ihrer neuen Unversehrtheit ❤

Foto: Nicole Tschierse

Bärbel

Bärbel
Geboren: 05.09.2007
Gestorben: 13.11.2019
Rasse: Hängebauch-Minipig-Mix

Abschied von Bärbel
Bärbel
stammt aus einem Selbstversorger-Haushalt. Sie züchteten und schlachteten diese kleinen Schweine zum Eigenverzehr. Ihre Schwester Edda wurde kurz nach ihrer Geburt von ihrer Mutter verletzt. Sie wurde ins Haus geholt zur Pflege und ich wurde zur tierärztlichen Behandlung hinzu gezogen. Später beschloss ich, Edda und ein Geschwisterchen bei mir aufzunehmen. Die Wahl fiel auf Bärbel. Die anderen wurden dann wieder alle geschlachtet. Bärbel und Edda begleiteten mich also schon fast ihr ganzes Leben lang.

Foto: Nicole Tschierse

Judith
Geboren: 30.03.2017 
Gestorben: 15.03.2021
Rasse: Mix

Charakter: neugierig, unternehmungslustig, selbstbewusst

Abschied von Judith
Judith hatte das große Glück in Freiheit geboren worden zu sein. Ihre Mutter Gertrud wurde von uns trächtig übernommen. Die beiden waren immer unzertrennlich. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hatte sich Judith entsprechend entwickelt. An den von Gertrud angezettelten Weideausbrüchen war sie stets beteiligt.
Leider fiel sie, wie auch kurz vorher Flora, der grassierenden Rindergrippe in einem unserer Pensionsställe zum Opfer.
Judith war zu einem großen und prächtigen Rind heran gewachsen unter den wachsamen Augen ihrer Mutter. An ihr war nie etwas Schwächliches. Sie war jung und gesund. In zwei Wochen wäre sie vier Jahre alt geworden.
Dieser Virus macht seine eigenen Gesetze.


Vormals:
Judith ist Gertruds Tochter, welche tragend vor der Schlachtung gerettet wurde. Judith wurde in der Sicherheit eines Lebenshofes geboren und hat noch nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Die beiden sind fast nur im Duo anzutreffen. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hat sich Judith entsprechend entwickelt, sprich: sie macht ihrer Mama jeden Unsinn nach - zum Beispiel aus Weiden ausbrechen, indem "man" über Zäune springt.

Judith

Judith war ausgewachsen leicht zu erkennen an ihrem Rotschopf, den sonst kein anderes unserer Rinder aufweist. Als Kälbchen war sie uni hell, auf dem Foto rechts ist sie vier Wochen alt.

Foto: Nicole Tschierse, Marietta Anton