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Gadi

Gadi
Geboren: 03.01.2012
Gestorben: 13.08.2026

Rasse: Schwarzbunter

Charakter: ruhig, verschmust

Leben und Abschied von Gadi
August 2013
Elliott war gerade zur Pflege in unseren Quarantänestall gebracht worden, als am Schlachthof ein riesiger Ochse beim Abladen verunglückte. Der sanfte Riese konnte nur unter Schwierigkeiten und dank seiner ruhigen Art aus seiner misslichen Lage befreit werden. Und ich (Nicole) beschloss, diesen Wink des Schicksals am Schlafittchen zu packen. Statt in der Tötebox endete seine Reise an diesem Tag in unserem Quarantänestall bei Elliott.
Wie sich heraus stellte, war Gadi gar kein Ochse, da seine späte Kastration durch den Mäster misslungen war. Das wurde dann auf dem Tierrettungshof in Gsenget nachgeholt, auf den Gadi und Elliott im Oktober 2013 nach der Quarantäne umzogen. Gadi war auch als Bulle fast immer brav, als Ochse war er fortan ein wunderbar sanfter Schmuseriese. Er lebte zusammen mit Elliott ein freies Leben auf dem Gnadenhof Gsenget (Niederbayern), ein Hof des Vereins Mobile Tierrettung e.V..

August 2026
Bettina Ramesberger, die Betreiberin des Hofes, schreibt am 14.08.26 seinen Nachruf:
💫 Wenn im Kreis der Lebenswelt
das Blatt zurück zur Erde fällt,
kehrt es zum Ursprung nur zurück
und findet dort sein stilles Glück. 💫

Gestern mussten wir schweren Herzens Abschied von unserem geliebten Gadi nehmen 😢💔 Er ist gestern Morgen einfach ganz friedlich auf seiner Weide für immer eingeschlafen 😢.
Wir können es noch gar nicht fassen. Seit Oktober 2013 war er ein fester Bestandteil unserer Rinderherde 🐄. Jeder mochte den sanften Riesen. Gadi war ein richtiger Kuh-mpel ❤️.
Mach's gut, Gadi - du treue Seele ❤️ Lass dir das Gras auf der großen, grünen Wiese dort oben schmecken 🌈 Wir vermissen dich unendlich 😢💔

Hier die Geschichte seiner Rettung noch etwas detaillierter (von Nicole Tschierse):
Ende August 2013: An einem Montag wurde Gadi in den Schlachtgang getrieben. Er war eingepfercht zwischen Leidensgenossen, die sich gegenseitig angstvoll drückten und schoben. Da kein Platz zum Ausweichen da war, versuchte er irgendwann nach oben zu klettern und hängte sich mit den Vorderbeinen am begrenzenden Gatter auf. Er war sehr groß und es war schwierig, ihn da wieder frei zu bekommen. Aber er war ganz ruhig und brav und hat trotz seiner Angst alles mit sich machen lassen. Anschließend versuchte ich, seine Rettung möglich zu machen. Ich hatte viel Zeit damit verbracht, dieses liebe Tier unverletzt aus den Gitterstäben zu befreien, er hatte sich mir anvertraut und kooperiert, er setzte seine Hoffnung auf mich. Ich konnte ihn jetzt nicht den Schlachtern überlassen. Allerdings war er wirklich sehr groß, also teuer und potenziell trotz allem gefährlich im Umgang. Auf solche Kaliber waren wir in unserem Quarantäne Stall eigentlich nicht eingestellt.
Wir haben es gewagt. Es gab schwierige Momente, vor allem als er immer mehr zeigte, dass er gar nicht wie vom Verkäufer behauptet Ochse, sondern noch Stier war. Er musste noch einmal richtig kastriert werden. Aber sein Leben konnte gerettet werden. Er darf seitdem in Freiheit und Würde tun, was er tun möchte ❤

Fotos: Tanja Thoma

Hier ein Foto des Streicheleinheiten genießenden Gadi:

Gadi mit Hardy

Und hier eines mit Tanja:

Gadi mit Tanja


Gadi mit Marietta:

Gadi mit Marietta. Da sind Äpfel in der Tasche.


Er gehört zu den Rindern, die bereits vor der Vereinsgründung gerettet wurden, unser "G-Rind" im ersten Rettungs-Alphabet.
Ein unfassbar lieber Ochse, den Nicole Tschierse vor der Schlachtung bewahrt hat.
Er kam im August 2013 zu Elliott in unseren Quarantänestall nahe Scottmaring und zog zusammen mit ihm im Oktober 2013 auf den Gnadenhof Gsenget.
Er hatte dort alles, was ihn glücklich machte: seinen besten Freund Elliott an seiner Seite, weitläufige Weiden, unlimitiertes Futter, Menschen, die ihn liebten und auf seine Gesundheit achteten, ein Leben ohne Nutzung.
Er schlief friedlich auf der Weide im Alter von 14 Jahren und 7 Monaten ein.
Ein überaus hohes Alter für einen so großen und schweren Ochsen.
Gute Reise Gadi! 🖤

Gadi

Krümel wurde, zusammen mit einem kleinen anderen Leidensgenossen, als Kälbchen gerettet. Seitdem war er mit diesem Freund, Jumper, in Sicherheit. Jumper starb leider vor einem Jahr. Krümel ist ihm gestern gefolgt.

Er lebte seit 2016 bei einem Pensionslandwirt im Hunsrück, in einer festen Herde, immer an der Seite seines besten Freundes Jumper.

Er hatte zeit seines 12jährigen Lebens treue Unterstützer an seiner Seite. Das gilt nur für sehr wenige unserer Rinder.

Wir danken euch von Herzen, dass ihr ihn ein Leben lang begleitet habt. Run free, Großer 🖤

Krümel

Krümel

Krümel
Geboren: 08.03.2014
Gestorben: 05.05.2026
Rasse: Fleckvieh

Charakter: Frech, nicht menschenscheu

Abschied von Krümel
Er stand zusammen mit seinem Leidensgenossen Jumper in einer Box. Es schien, als würde Jumper Krümel ständig trösten wollen. Die beiden waren innig befreundet. Wir konnten nicht zulassen, den einen zu retten und den anderen zurücklassen zu müssen. Sie sollten zusammenbleiben dürfen. Deshalb haben wir Claudia K. unterstützt, Krümel ebenfalls freizukaufen. Als Claudia begann, sich auch mit dem „Weißkopf“, wie er in unserer Facebook-Gruppe genannt wurde, zu beschäftigen, nahm er die Zuwendungen dankbar an und erwiderte sie.

Wir retteten beide im August 2014 vor der Mast. Krümel lebte seit Sommer 2016 auf dem Kooperationshof im Hunsrück. Bis zu Jumpers Tod waren beide immer zusammen. Beide waren Mitglieder einer festen Herde, die seit 2016 unverändert zusammenlebt. Am 5. Mai 26 fand unser Pensionslandwirt Krümel tot auf. Er hat über Nacht die Welten gewechselt. Ohne Vorankündigung. Wie bei Jumper. Nun sind es nur noch 8 in der Herde. Gute Reise, lieber Krümel.

Foto: Claudia Kreuer

Xenos

Xenos
Geboren: 23.03.2016 
Gestorben: 27.03.2026
Rasse: Highland
Charakter: neugierig, vorsichtig

Abschied von Xenos:
Xenos war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm - zu diesem Zeitpunkt war er wenige Monate alt.

Er war einer der vier "schwarzen Jungs" der Herde: Wolli, Xenos, Yago und Chef Poppey.

Xenos gehörte leider zu den Highländern, die mit ein bis zwei Doppelgängern in der Herde nicht immer sofort und einfach zu identifizieren sind. Deshalb war es für ihn vermutlich besonders schwer, Paten zu finden. Je älter sie werden, umso spezieller wachsen allerdings bei jedem Tier die Hörner. Dieses "Problem" verwuchs sich also zunehmend.

Xenos hatte lange keine einzige Patenschaft. Dann unterstützen ihn zwei liebe Teilpatinnen mit zusammen 25 € monatlich. Wir danken diesen beiden von Herzen.

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen.

Xenos 2016
Xenos (2016) in Kindertagen

Fotos: Nicole Tschierse

Dallas
Geboren: 09.10.2015
Gestorben: 25.11.2025
Rasse: Jersey

Charakter: ruhig, freundlich

Abschied von Dallas
Dallas war, wirtschaftlich betrachtet, ein wertloses Bullenkalb einer Milchrasse. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie kaum Fleisch ansetzen. Und die männlichen Tiere natürlich später auch keine Milch produzieren können. Er wurde zusammen mit Charly am 3.11.15, zwei Tage vor dem Weg zum Metzger, gerettet.

Dallas 4 Wochen alt, bei seiner Rettung

Mehr nachzulesen über das Schicksal der Bullenkälber von Milchrassen hier.

Er, Charly und Campari waren lange ein Freunde-Trio, bis Charly siebeneinhalbjährig überraschend starb. Dallas lebte anschließend im SanaMUHrium, zusammen mit seinem besten Freund Campari.

Er war ein zuckersüßes Kalb und wurde ein wunderschöner Ochse. Jerseys erfreuen sich bei den Besuchern großer Beliebtheit und dennoch hatte unser Dallas nach dem Tod seines Vollpaten zwei Jahre keine einzige Patenschaft mehr. Erst in seinem letzten Lebensjahr fand er nochmal eine Teilpatin.

Foto: Nicole Tschierse

Heute war es soweit und ich musste einem weiteren unserer Schützlinge den letzten Liebesdienst erweisen. Sie nach und nach zu verlieren, ist der Preis dafür, das Leben mit ihnen verbringen zu dürfen.

Dallas konnte schon länger nur mühsam aufstehen und gehen. Seit über einem Jahr war er deshalb immer wieder in Behandlung gewesen. Immer wieder ging es ihm noch gut genug, um ein bisschen weiter zu machen. Aber der Schmerz wurde zu schlimm, das Leiden zu groß und Hilfe war nicht mehr möglich. Seine Knochen sahen aus, als würden sie unter seiner eigenen Last verbiegen.

Jetzt musst du nicht mehr kämpfen, Dallas. 😥

Du warst immer wahnsinnig lieb und freundlich, egal was war. Es ist nicht fair. Die Kollegin meinte, Nutztiere wären halt einfach nicht für ein langes Leben gemacht. An diesem Satz ist alles schlimm und macht wütend ...

[Autorin: Nicole Tschierse]

Dallas

Heute Nacht ist Jumper gestorben, er lag morgens tot im Stall, ohne, dass er davor irgendwie auffällig gewesen wäre. Es war nichts an ihm zu sehen. Mit 11 Jahren war er einer unserer älteren Ochsen. Er gehörte zu den ersten Rindern, die wir bereits als Kälber aufgenommen haben. Claudia hatte ein Kalb entdeckt, dass sie retten wollte und dieses Kalb hatte einen genauso kleinen Freund, der auch nicht im Stich gelassen werden konnte. So kamen Jumper und Krümel zu uns. Obwohl sie an drei verschiedenen Pensionsplätzen gelebt haben, so lange wir sie versorgen, waren sie nie getrennt. Krümel hat also seinen lebenslangen besten Kumpel verloren. Wir hoffen, dass er sich auch mit anderen Tieren seiner Herde gut versteht. Da sie im Hunsrück untergebracht sind, bekommen wir sie leider nicht sehr oft persönlich zu sehen. Die jetzt noch 9-köpfige Herde, überwiegend Rinder aus unserer Pöttmeser Rettung, lebt aber schon viele Jahre gut versorgt dort.

Dass sie nicht alle 25 Jahre alt werden, wissen wir leider. Aber es schmerzt trotzdem.

Wir freuen uns aber auch darüber, dass er ein Leben hatte. Und nicht schon als Kalb getötet wurde. Als Rotbunter war er eines der männlichen Kälber einer reinen Milchrasse, die von Landwirten als wirtschaftlich wertlos angesehen wird.

Wir haben sein Leben wertgeschätzt 🖤

Und er bleibt in unserer Erinnerung.

Jumper

Jumper

Jumper
Geboren: 24.02.2014
Gestorben: 27.04.2025

Rasse: Rotbunter

Charakter: erst scheu, später zutraulich

Abschied von Jumper: Jumper wurde Claudia K. angeboten, da er ein „Mickerling“ war, wie die Bauern Kälber bezeichnen, die für die Mast untauglich - da viel zu dünn - und somit unwirtschaftlich sind. Aus Sicht des Bauern also ein „wirtschaftlicher Totalschaden“. Unserer Mitstreiterin brach das Herz, als sie davon erfuhr. Sie beschloss, ihn freizukaufen. Und da er zusammen mit einem anderen Bullenkälbchen stand, Krümel, sein bester Freund, kaufte sie gleich beide frei. Zutraulich wurde Jumper erst in den letzten Tagen der Quarantäne.

Jumper lebte seit Sommer 2016 zusammen mit Krümel auf unserem Kooperationshof im Hunsrück.

Foto: Claudia Kreuer

Yago

Yago
Geboren: 11.04.2016 
Gestorben: 05.03.2024
Rasse: Highland
Charakter: scheu, ruhig

Abschied von Yago: Yago musste heute euthanasiert werden. Ein Rückenproblem hat sich so stark auf seine Hinterbeine ausgewirkt, dass er nicht mehr zurecht kam. Die Behandlung vor zwei Wochen konnte ihm leider keine Hilfe bringen.
Er wäre demnächst 8 Jahre geworden. 8 Jahre, die er mit seiner Familie in Frieden verbringen konnte. Er war bereits mit einem Jahr gleich dreimal hintereinander auf dem Speiseplan diverser Menschen gestanden. Insofern lief es eigentlich gut für ihn. Auch wenn es sich gerade absolut nicht so anfühlt. Er war noch nicht bereit zu gehen. Es war ein trauriger Abschied. Ich wünschte, man könnte auch bei großen Tieren besser darauf eingehen, wie sie sich ihren Abschied von dieser Welt vorstellen. Aber es gibt zuviele Dinge dabei zu beachten.
Jetzt muss er sich nicht mehr quälen, um bei der Herde zu bleiben. Ein tapferer und schöner Krieger hat heute diese Welt verlassen.

Yago war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm - zu diesem Zeitpunkt das letzte Kalb seiner Mutter Boskita. Seine Mutter war zum Zeitpunkt der Übernahme erneut tragend und brachte im März 2017 seine Schwester Isetta zur Welt. Yago, der eng verbunden mit seiner Mutter in der Herde aufwuchs hatte sich einem schönen und lieben Ochsen entwickelt.

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen

18.08.2016 Anekdote zu Yago:
Als unser Verein diese Highlander Herde relativ frisch übernommen hatte, wurde ich an der Weide einmal von zwei Personen abgefangen. Mit Lederschlapphut und Indianerschmuck, eigentlich coole, sympathische Zeitgenossen. Sie fragten mich, ob ich ihnen Fleisch von diesen Tieren verkaufen würde oder eines der Jungtiere zur Schlachtung. Yago, auf diesem aktuellen Bild in der Mitte, wäre z. B in Frage gekommen. Bis heute unbepatet, wenn ich auf dem aktuellen Stand bin und praktisch jedem, auch unseren treuen Unterstützern, unbekannt. Sie würden es gerne wie die Indianer halten und im Einverständnis mit den betroffenen Tieren mit Ehrfurcht und Anstand schlachten. Eigentlich ein guter Gedanke, vergleichsweise. Außer eben, man versucht sich kurz in das betreffende Tier hinein zu versetzen. Sie kamen nie wieder 😏 Wollte ich nur mal erzählen.

Highlands, 2016

Fotos Nicole Tschierse