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Berta

Berta
Geboren am: 28.04.2008
Gestorben am: 03.09.2022
Rasse: Fleckvieh

Charakter: sehr lieb, menschenbezogen, Schmusekuh

Abschied von Berta
Berta war das zweite Rind, das ich vor über 12 Jahren aus dem Schlachthof befreien konnte. Damals zweijährig, kannte sie nur Anbindehaltung. Sie war zeitlebens sehr neugierig und an allem Unbekannten interessiert. Für andere Rinder hat sie sich allerdings nie besonders interessiert. Heute blieb sie nach einem Sturz infolge einer Brunft-Rangelei festliegend. Da sie unglücklich zu liegen kam, musste ihr mit einem großen Hilfsaufgebot hochgeholfen werden. Danke an dieser Stelle an die Firma Frank, die immer zur Stelle ist, wenn Not am Mann ist. Und an die Feuerwehr Bornhausen, die sofort zur Stelle war. Leider konnten ihr anschließende Infusionen und Medikamente nicht mehr auf die Beine helfen. Sie war zu geschwächt von ihrer Tumorkrankung, die in den letzten Wochen schnell voran geschritten war. Versucht haben wir es, aber dann mussten wir sie doch erlösen.

Vierzehneinhalb Jahre alt ist sie geworden und sie hat ihr Leben sehr genossen. Wir hatten viele schöne Erlebnisse und waren sehr vertraut. Wir sehen uns wieder, ganz bestimmt.

Auch wenn sie ihr Leben lang fast keine Paten hatte, werden bestimmt viele Menschen um sie trauern, die sie kannten.

Sie war immer sehr freundlich und zugewandt zu allen Besuchern.

Run free 💔❤

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Bertas Vorstellung zu ihren Lebzeiten:
Berta nahm ich im Frühjahr 2010 aus dem Schlachthof mit. Damals gab es die EU-Verordnungen noch nicht, die so etwas verbieten. Berta war am Vortag zur Schlachtung angeliefert worden, als zwei Jahre altes Mastrind. Zur Zucht war sie nie vorgesehen. Sie stand im Schlachthofstall und wartete auf ihren Tod. Und sie hat geschlottert und gezagt, wie irgendein Lebewesen im Angesicht seines Todes das nur tun könnte, Menschen eingeschlossen. Sie hat aus irgendeinem Grund all ihre Hoffnungen auf mich gesetzt, als sie mich gesehen hat. Wenn es ihr möglich gewesen wäre, hätte sie sich auf Knien liegend an meine Beine geklammert, um mich um Hilfe zu bitten. Das sprach aus jedem Blick und jeder ihrer Bewegungen. Das waren ein paar harte Stunden für mich, in denen ich entscheiden musste, ob ich mich an Kopf oder Herz halten will. Ich hatte kein Geld (1200,- € hat sie gekostet), keinen Platz vorbereitet, die schiere Größe dieses Tieres überforderte eigentlich alle meine Möglichkeiten. Ich nahm sie dennoch mit, Alma brauchte ohnehin Gesellschaft. Und letztendlich ging zum Glück alles gut, auch wenn das eine sehr gewagte Entscheidung war.

Berta lebte bis zum 4.9.22 auf dem Lebenshof Sanamuhrium mit ihrer Freundin Alma und ihrem "Frauchen" Nicole.

Foto: Nicole Tschierse

Y-Diesel

Diesel
Geboren: 21.12.2017
Rasse: Fleckvieh

Charakter: klug, neugierig, Hang zu Anarchie

Diesel ist im Rettungsalphabet unser viertes Y-Rind. Da uns kein sinnvolles Attribut mit Y eingefallen ist, durfte er seinen Namen ohne Zusatz behalten.

Diesel ist einer der drei fast Engländer, die dann doch nicht von einem Lebenshof in England übernommen wurden, wie eigentlich versprochen.

Mehr zur Geschichte der Drei finden Sie bei Bella.

Die drei "Engländer" wurden nie getrennt und leben auf einem Pensionshof in Hessen.

Foto: Nicole Tschierse

Y-Bruno

Bruno
Geboren: 30.09.2017
Rasse: Fleckvieh

Charakter: ein zufriedener, genügsamer Kerl

Bruno wünscht sich noch Paten zur Unterstützung der Versorgungskosten.

Bruno ist im Rettungsalphabet unser viertes X-Rind. Da uns kein sinnvolles Attribut mit X eingefallen ist, durfte er seinen Namen ohne Zusatz behalten.

Bruno ist einer der drei fast Engländer, die dann doch nicht von einem Lebenshof in England übernommen wurden, wie eigentlich versprochen.

Mehr zur Geschichte der Drei finden Sie bei Bella.

Die drei "Engländer" wurden nie getrennt und leben auf einem Pensionshof in Hessen.

Foto: Nicole Tschierse

Bella

Bella
Geboren: 06.09.2017
Rasse: Fleckvieh

Charakter: menschenbezogen und verschmust

Bella wünscht sich noch Paten zur Unterstützung der Unterhaltskosten.

Bella ist im Rettungsalphabet unser viertes W-Rind. Da uns kein sinnvolles Attribut mit W eingefallen ist, durfte sie ihren Namen behalten.
Sie ist eine der drei fast Engländer, die dann doch nicht von einem Lebenshof in England übernommen wurden, wie eigentlich versprochen.

Sie lebt mit den anderen beiden gemeinsam geretteten "Möchtegern-Engländern" Bruno und Diesel zusammen auf einem Pensionshof in Hessen.

Mehr zur Geschichte der Drei siehe unten.

Foto: Nicole Tschierse

Auszug aus dem Newsletter Juli 2018:
Etwas unvorbereitet traf mich die Tatsache, dass aus dem Transport der drei Kälber Bella, Bruno und Diesel nach England wohl nichts werden wird. Die drei sollten auf einen Lebenshof in der Nähe des in England lebenden indischen Retters Sujeewa. Alles war endlich trotz großer Schwierigkeiten der Behörden vorbereitet. Ich möchte anmerken, dass die Bedingungen für den Transport, die uns seitens des Veterinäramtes nach und nach gestellt wurden, aus Kafkas Feder hätten stammen können.

Odin

Odin
Geboren:  30.08.2016
Rasse: Fleckvieh

Charakter: ruhig, zurückhaltend

Sie möchten eine Patenschaft für Odin übernehmen?

Odin ist der Sohn von Wolke aus der Pöttmeser Rettung, die tragend geschlachtet werden sollte.

Er wurde in der Obhut unseres Vereins in Sicherheit geboren und wuchs zusammen mit Mama Wolke und seinen Spielkameraden Isabelle und Pedro auf, deren Mütter ebenfalls aus der gleichen Rettung stammen.

Odin, Mama Wolke und auch die "anderen" leben auf einem schönen Hof im Hunsrück (Kooperationspartner).

Foto: Nicole Tschierse

Isabelle

Isabelle
Geboren:  04.08.2016
Rasse: Fleckvieh

Charakter: eher scheu

Sie möchten eine Patenschaft für Isabelle übernehmen?

Isabelle ist die Tochter von Yoga aus der Pöttmeser Rettung, die tragend geschlachtet werden sollte.

Sie heißt dank einer Einmalspende für ihre Aussteuer Isabelle!!

Sie wurde in der Obhut unsere Vereins in Sicherheit geboren und wuchs zusammen mit Mama Yoga und ihren Spielkameraden Odin und Pedro auf, deren Mütter ebenfalls aus der gleichen Rettung stammen.

Den Riss im Ohr hat sie sich leider schon sehr jung selbst zugefügt, als sie wohl irgendwo mit der Ohrmarke hängen blieb. Die Ohrmarken sind unglücklicherweise Pflicht für Rinder. Dem entkommen bisher auch Lebenshöfe nicht.

Isabelle, Mama Yoga und auch die "anderen" leben auf einem schönen Hof im Hunsrück (Kooperationspartner).

Foto: Nicole Tschierse

Josy
Geboren: 20.08.2012
Gestorben: 04.06.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: sehr lieb und sehr dankbar

Abschied von Josy
Josy hat eine besondere Geschichte. Ursprünglich wurde sie von einem aus dem Fernsehen bekannten Landwirt gerettet. Der Verein Rüsselheim e. V. bekam sie bei der Abholung und Rettung eines anderen Rindes quasi als Zugabe. Sie war in einem so schlechten Zustand, dass sie ein wirtschaftlicher Totalschaden für den Besitzer war. Josy schaffte es gerade noch auf den Anhänger, zwar mit Mühe, aber sie wollte wirklich unbedingt mit. Von dort ging der Weg für sie direkt in die nächste Tierklinik. Überall am Körper waren Geschwüre vom Liegen, die voller Eiter waren. Sie wurde operiert, mehrere 10 Liter Eimer Eiter wurden zum Ablaufen gebracht, die Wunden gespült, mit Medikamenten aller Art versorgt und trotzdem war die Klinik zuletzt der Meinung, es sei besser, Josy einzuschläfern.

Ich wurde vom anderen Verein um Hilfe gebeten und nahm Josy in meinem Quarantänestall auf, um sie weiter zu pflegen. Dorthin war es von der Klinik aus nur kurz zu fahren und die weitere medizinische Versorgung war gewährleistet, weshalb die Klinik zuletzt damit einverstanden war.
Zu unserer Freude entwickelte Josy bei uns schnell viel Lebensfreude. Sie kam mit ihren zum Teil bleibenden Körperschäden erstaunlich gut zurecht. Ein dickes Hinterbein blieb als Schönheitsfehler zurück und benötigte lediglich häufigere Klauenkorrekturen, die Abszesse am übrigen Körper heilten auch ab. Lediglich ihr gebrochener Schwanzansatz mit Nervenabriss, vermutlich nach einer gewaltsamen Geburt, blieb ein Problem aus ihrem Vorleben mit lebenslangen Folgen für sie. Sie konnte den Schwanz kaum bewegen und war inkontinent, hatte also keine Kontrolle darüber, wie und wann sie Kot und Urin absetzte.

Bei unserem Umzug von Bayern nach Niedersachsen kam sie mit uns mit, weil sie sich inzwischen mit Kuh Queenie gut angefreundet hatte und wir die beiden nicht trennen wollten. Das ist fast sechs Jahre her, seitdem war sie in einer kleinen Herde befreundeter Rinder und genoss die Sommer auf der Weide. Wunderbarer Weise kam sie trotz ihrer Behinderung immer gut zurecht.

Dieses Jahr kam die kleine Truppe erst etwas später, an Pfingsten, auf die Weide. Josy zog sich dabei zwei kleinere Verletzungen am Schwanz zu, an dem sie weiterhin kaum etwas fühlen konnte. Sofort setzten Fliegen dort ihre Eier ab, ein Problem, dass zwar grundsätzlich während der Weidezeit bekannt ist, das ich aber selbst noch nie bei meinen Tieren hatte, obwohl ab und zu kleinere Verletzungen vorkommen können. Sie wurde dagegen behandelt, aber die Fliegen gaben nicht auf und probierten es täglich aufs Neue. Also war die Überlegung, Josy wieder auf den Hof zu holen, um die Behandlungen leichter durchführen zu können, die scheinbar trotz allem täglich nötig blieben. Heute Nacht hat sie uns die Entscheidung abgenommen. Sie verstarb an dem Platz, an den sie sich nach dem Grasen hingelegt hatte. Warum sie starb, bringt vielleicht noch die pathologische Untersuchung ans Licht. Alle Kollegen, mit denen ich Rücksprache gehalten habe, halten Herzversagen oder einen Gefäßverschluss für am Wahrscheinlichsten.

Josy, wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Bilder sprechen für sich. Jetzt bist du wieder mit Frau Rosalie aus deiner kleinen Herde zusammen, die diesen Winter gestorben ist. Es war so bewegend nach deiner Rettung damals zu sehen, wie du plötzlich entdeckt hast, dass das Leben doch schön ist.

Du bleibst unvergessen.

Foto: Nicole Tschierse

Yoga
Geboren:  02.05.2013
Rasse: Fleckvieh

Charakter: gelassen, dickschädelig

Sie möchten eine Patenschaft für Yoga übernehmen?

Yoga stammt aus der Rettung der trächtigen Rinder aus Pöttmes, die alle zur Schlachtung sollten. Sie erwartete ebenfalls ein Kalb und durfte es in Sicherheit zur Welt bringen können.

Beim Verladen der Tiere nach der Übernahme durch den Tierschutz, war sie dem Abtransport gegenüber äußerst misstrauisch. Obwohl grundsätzlich sehr umgänglich, weigerte sie sich eine Stunde lang, ihre Box im Stall zu verlassen. Das führte dazu, dass wilde Streitereien unter den beteiligten Personen entstanden und viel Schweiß floss. Diese Kuh ist also immer ein guter Anlass, sich erst nochmal etwas zu sammeln und über andere Taktiken nachzudenken. Selber bleibt sie völlig ruhig dabei, wenn sie andere auf die Palme bringt 🙂 Tatsächlich gibt es aber längst keine Diskussionen mehr mit ihr. Gewohnte Abläufe boykottiert sie nie.

Ihre Tochter Isabelle kam am 04.08.2016 zur Welt.

Mama Yoga lebt mit Tochter Isabelle und auch den anderen "Pö-Rindern" auf einem schönen Hof im Hunsrück (Kooperationspartner).

Foto: Nicole Tschierse

Paula

Paula
Geboren: 25.04.2016
Rasse: Fleckvieh

Charakter: freundlich, verschmust, Mamikind

Sie möchten eine Patenschaft für Paula übernehmen?

Paula ist unser drittes Vereinsbaby und wurde von Belleni, Rufname Leni, geboren. Eigentlich sollte Leni in die Türkei exportiert werden, um Paula dort zur Welt zu bringen und beim Aufbau einer Tierzucht zu helfen. Sie wären beide ausgezeichnete Hochleistungs-Milchkühe geworden, mit viel Fleischansatz, falls sie den Transport überlebt hätten. Und zum Dank dafür wären sie über Jahre gequält und dann geschlachtet worden. Das alles blieb ihnen erspart und Mamas Milch gehört nur Paula.

Paula und Leni hatten lange Zeit ein sehr enges Verhältnis und kamen nur zusammen zurecht. Aber das durfte bei uns so sein. Später haben wir Leni und Kati in eine kleine Herde gestellt, während die "Jungen" in einer großen herumtoben können.

Sie leben beide auf einem Pensionshof in Hessen.

Foto: Nicole Tschierse

Felix

Felix
Geboren: 23.12.2015
Rasse: Fleckvieh

Charakter: scheu, etwas ängstlich

Sie möchten eine Patenschaft für Felix übernehmen?

Felix war das erste bei uns geborene Vereinskälbchen. Er und seine Mutter wurden vor dem Export bewahrt. Die für den Export vorgesehenen Kühe werden sehr gründlich ausgesucht. Nur beste Abstammung, einwandfrei gesunde Tiere, die gerade zum ersten Mal trächtig (gemacht) wurden und Kühe mit einem großen, gut angebildeten Euter werden akzeptiert von den Händlern. Letzteres bedeutet, dass die Kuh schon in einem weit fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium sein muss. Sonst kann das Euter noch gar nicht groß sein bei einer Jungkuh. Und dann kommt der Teil, der so gar keinen Sinn macht, aber absolut üblich ist: Diese sorgfältig ausgewählten Superkühe, die nahe vor der Geburt stehen, werden auf Todestransporte geschickt, ohne ausreichende Versorgung und ohne jede Rücksicht auf die Tiere. Dass mindestens ein Drittel den Transport nicht unbeschadet oder sogar nicht einmal lebend übersteht, ist einkalkuliert! Mama Kati wurde wie üblich sehr jung besamt. Da sie ausgezeichnete Papiere hat, wurde sie für den Export ausgewählt. Der mörderische Transport in die Türkei sollte aber verhindert werden. Die Tochter des Landwirtes setzte sich für die Rettung von Kati und Freundin Belleni ein, der das selbe Schicksal bevor stand. Wir konnten diesen beiden bezaubernden Kühen und ihrem Nachwuchs ein sicheres Leben anbieten.

Ihr Kalb hätte man ihr, wie auch hier üblich, am Tag der Geburt genommen, alle weiteren auch.

Doch Kati darf leben und Mutter sein. Jahrelang lebte sie mit Felix, Leni und Paula in einer großen Herde. Erst 2021 wurde sie mit Leni aus Gründen der Schonung in eine kleine Herde gestellt, während deren Kinder Felix und Paula in der großen Herde zusammen blieben. Sie wird nie mehr zwangsgeschwängert. Sie dürfen einfach „sein“, die beiden.

Foto: Nicole Tschierse

Felix Baby
Felix mit Mama Kati kurz nach der Geburt