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Ochse Benny

Benny
Geboren: 16.08.14
Gestorben: 08.02.23
Rasse: Weiß-blauer Belgier-Mix

Charakter: ruhig, selbständig

Abschied von Benny
Leider mussten wir unseren Ochsen Benny am 8. Februar 23 von einer schmerzhaften Klauenveränderung erlösen lassen. Alle Bemühungen von Klauenpflegern und Tierärzten blieben erfolglos und bei seiner außerordentlichen Größe und dem entsprechenden Gewicht hatte er so keine Lebensqualität mehr. Bereits letztes Jahr wurde er deshalb sehr aufwendig behandelt, weil es gedauert hat, bis ein ausreichend großer Klauenpflegestand organisiert war. Es war aber nicht sehr lange besser und zuletzt wurde es zu einer Qual für ihn, die wir ihm nicht mehr nehmen konnten.

Benny, es tut uns sehr leid, dass wir nicht mehr für dich erreichen konnten. Alles Gute für dich dort, wo nichts mehr weh tut, eingrenzt und bedroht. 😔💔

Seine Geschichte Bei uns: In einer Blitzaktion auf Facebook wurden mehrere Kälber innerhalb weniger Tage gerettet. Ganz mutig kaufte Michaela G. zwei Kälber: Benny und die gleichaltrige Lina.
Zusammen konnten sie auf einem Pensionshof in Schwaben untergebracht werden. Wir übernahmen die monatliche Finanzierung. Lina starb wegen eine Weideunfalls, Benny hatte wiederkehrend Klauenprobleme, die wegen Transportunfähigkeit dazu führten, dass wir ihn erlösen mussten. Er wurde 8,5 Jahre alt.

Foto: Michaela Grimminger


Anna

Anna 
Geboren am 26.03.2002
Gestorben am: 30.12.2022
Rasse: Zwerg Zebu

Charakter: scheu, zurückhaltend,
bescheiden und dankbar

Anna haben wir zusammen mit ihrer Tochter Babette aus einer Hobbytierhaltung übernommen. Ihr ehemaliger Besitzer hatte beide von einem Freund übernommen, der verstarb. Leider konnte ihr neuer Besitzer Anna und Babette auch nicht mehr behalten und bat uns um Hilfe.

Anna war sehr scheu und zurückhaltend, aber trotzdem neugierig und fröhlich.

Anna lebte mit ihrer Tochter Babette im Sanamuhrium.

Foto: Nicole Tschierse

Abschied von Anna

anna

Meine liebe, wunderbare Anna,

Es tut mir leid, dass du nie mehr die Sonne auf deinem Fell spüren, nie mehr über Wiesen wandern wirst. Dass du nie mehr mit deinen Freundinnen zusammen sitzen und wiederkäuen kannst. Es tut mir leid, dass du nun nicht mehr den Geschmack von Kuchen genießen kannst. Das werde ich auch mal vermissen, wenn es bei mir so weit ist.

Aber ich freue mich für dich, dass du so ein schönes und langes Leben hattest, dass du nie von deiner Tochter getrennt wurdest, die dir viel bedeutet hat. Dass du jetzt nicht mehr frieren, keine Angst und keine Schmerzen mehr haben musst. Und dass dir dieses unsägliche Silvester erspart bleibt.Wir haben dir geholfen, deinen Körper zu verlassen, denn er konnte nicht mehr für dich arbeiten.

Ohne dich ist es nicht mehr dasselbe.

Autorin: Nicole Tschierse

Berta

Berta
Geboren am: 28.04.2008
Gestorben am: 03.09.2022
Rasse: Fleckvieh

Charakter: sehr lieb, menschenbezogen, Schmusekuh

Abschied von Berta
Berta war das zweite Rind, das ich vor über 12 Jahren aus dem Schlachthof befreien konnte. Damals zweijährig, kannte sie nur Anbindehaltung. Sie war zeitlebens sehr neugierig und an allem Unbekannten interessiert. Für andere Rinder hat sie sich allerdings nie besonders interessiert. Heute blieb sie nach einem Sturz infolge einer Brunft-Rangelei festliegend. Da sie unglücklich zu liegen kam, musste ihr mit einem großen Hilfsaufgebot hochgeholfen werden. Danke an dieser Stelle an die Firma Frank, die immer zur Stelle ist, wenn Not am Mann ist. Und an die Feuerwehr Bornhausen, die sofort zur Stelle war. Leider konnten ihr anschließende Infusionen und Medikamente nicht mehr auf die Beine helfen. Sie war zu geschwächt von ihrer Tumorkrankung, die in den letzten Wochen schnell voran geschritten war. Versucht haben wir es, aber dann mussten wir sie doch erlösen.

Vierzehneinhalb Jahre alt ist sie geworden und sie hat ihr Leben sehr genossen. Wir hatten viele schöne Erlebnisse und waren sehr vertraut. Wir sehen uns wieder, ganz bestimmt.

Auch wenn sie ihr Leben lang fast keine Paten hatte, werden bestimmt viele Menschen um sie trauern, die sie kannten.

Sie war immer sehr freundlich und zugewandt zu allen Besuchern.

Run free 💔❤

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Bertas Vorstellung zu ihren Lebzeiten:
Berta nahm ich im Frühjahr 2010 aus dem Schlachthof mit. Damals gab es die EU-Verordnungen noch nicht, die so etwas verbieten. Berta war am Vortag zur Schlachtung angeliefert worden, als zwei Jahre altes Mastrind. Zur Zucht war sie nie vorgesehen. Sie stand im Schlachthofstall und wartete auf ihren Tod. Und sie hat geschlottert und gezagt, wie irgendein Lebewesen im Angesicht seines Todes das nur tun könnte, Menschen eingeschlossen. Sie hat aus irgendeinem Grund all ihre Hoffnungen auf mich gesetzt, als sie mich gesehen hat. Wenn es ihr möglich gewesen wäre, hätte sie sich auf Knien liegend an meine Beine geklammert, um mich um Hilfe zu bitten. Das sprach aus jedem Blick und jeder ihrer Bewegungen. Das waren ein paar harte Stunden für mich, in denen ich entscheiden musste, ob ich mich an Kopf oder Herz halten will. Ich hatte kein Geld (1200,- € hat sie gekostet), keinen Platz vorbereitet, die schiere Größe dieses Tieres überforderte eigentlich alle meine Möglichkeiten. Ich nahm sie dennoch mit, Alma brauchte ohnehin Gesellschaft. Und letztendlich ging zum Glück alles gut, auch wenn das eine sehr gewagte Entscheidung war.

Berta lebte bis zum 4. September 2022 auf dem Lebenshof Sanamuhrium mit ihrer Freundin Alma und ihrem "Frauchen" Nicole.

Foto: Nicole Tschierse

Cleo
geboren am 06.05.2022
Rasse: Mischung Schwarzbunt/Charolais

Charakter: mal schauen 🙂

Cleo sucht noch dringend Paten.

Cleo ist die Tochter von Talitha und Enkelin der Schlauen Elli.
Sie kam ungeplant zur Welt. Ein Nachbarsbulle hatte sich nur kurz Zugang zur Weide unseres Pensionslandwirtes verschafft und Talitha gedeckt.
Dieser "Weideunfall" ist nun ein süßer kleiner Fratz, der dringend Paten sucht.

Cleo ist unser jüngstes Rind.

Cleo lebt in einem wunderschönen Zuhause in Seesen, Südniedersachsen.

Foto: Natalie Jazi

Vespa

Vespa
Geboren: 01.05.2010 
Gestorben: 06.01.2022

Rasse: Highland

Charakter: "Übermutter", skeptisch gegenüber Menschen

Abschied von Vespa
Ein Nachruf von Nicole Tschierse

Lebe wild. Sterbe frei ❤
Das neue Jahr 2022 beginnt leider damit, dass wir Abschied von einer unserer Highland Kühe nehmen mussten. Vespa war das Rind der Herde, das gegenüber Menschen am meisten Misstrauen hegte. Mit Recht. Schließlich war geplant, sie mit ihrer kleinen Tochter Toyota bei Fuß, ihrer noch ungeborenen Tochter Mogli im Leib und der ganzen restlichen Herde, dem Schlachter zu übergeben. Das ist nicht passiert. Sie konnte ihre Töchter in Sicherheit und Freiheit aufwachsen sehen. Sie hat jeden attackiert, der sich ihren wertvollen Schätzen nähern wollte. Als Mogli frisch geboren war und noch nicht von Mutti eingenordet, hat die Kleine sich mir vertrauensvoll und neugierig auf noch wackeligen Beinchen genähert. Sie wollte wissen, wer ich so bin, jetzt wo sie auch auf der Welt war 🙈.
Ich war eigentlich weit genug entfernt auf der Weide, aber die kleinen Kälber sind ja schon ziemlich schnell. Vespa war so entsetzt, dass sie keine Zeit hatte, meine Exekution zu planen und durchzuführen. Sie hat ihre Kleine geschnappt und sie mit fliegenden Hufen weggebracht aus Menschennähe. Kurze Zeit darauf bekam man von beiden Töchtern maximal noch die Köpfe zu sehen, die vorsichtig hinter Muttis Popo vorspitzten.
Als die beiden größer wurden, sind sie dennoch so gut wie nie von der Seite ihrer Mutter gewichen. Vespa hat in den letzten Wochen einen Gebärmuttervorfall entwickelt. Unabhängig von Geburten, mit denen das häufig im Zusammenhang steht, kann sich das auch durch altersbedingte Bindegewebeschwäche entwickeln. Manchmal geht er von selbst wieder zurück, manchmal kann man ihn mit einem Eingriff beheben. Manchmal kann man nichts mehr machen. Bei Vespa war der Verlauf schnell und massiv. Wir beschlossen, sie gehen zu lassen und das hat sie auch friedlich angenommen. Bei einem Tier wie sie es war, hat es viel Bedeutung, Einverständnis signalisiert zu bekommen. Es war ihre Art zu danken, dass wir sie bis zuletzt in Ruhe gelassen haben und sie ihre Töchter bei uns in Sicherheit weiß. Vespa, du warst eine große, stolze Kriegerin und niemand durfte dir das nehmen 💕


Vespas Geschichte
Vespa war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm - zu diesem Zeitpunkt war sie tragend und hatte ein wenige Monate altes Kalb, Tochter Toyota, an ihrer Seite.

Im Mai 2017 schenkte Vespa als fünfte tragende Kuh der Herde einem weiteren Kälbchen das Leben: Mogli.

Vespa war die Übermutter in der Gruppe und immer sehr besorgt um die Kleinen, auch um die, die nicht zu ihr gehören. Menschliche Übergriffe auf jüngere Herdenmitglieder duldete sie nicht. Ihre eigenen Töchter versteckt sie immer hinter sich. Auch nach Jahren noch. Zuviele ihrer Kälber wurden ihr scheinbar im Laufe ihres Lebens weggenommen.

Mehr über die Highland-Herde können Sie hier nachlesen.

Highländer
Vespa mit Baby Mogli

Fotos: Nicole Tschierse

Gisbert

Gisbert
geboren am 01.03.2005
gestorben am 22.11.2021
Rasse: Mix

Charakter: fröhlich und lieb

Gisbert kam zu uns im Juni 2018. Vor der Schlachtung bewahren konnten wir hier gleich drei ganz besonders liebenswerte Persönlichkeiten: die drei Schafe Gisbert, Gesine und Heinerbert.

Während Heinerbert noch jung war und aus einem Versuchslabor stammt, waren Gisbert und Gesine schon mindestens 10 Jahre alt und stammten aus privater Haltung. Alle drei waren schon geschlachtet reserviert, doch das
konnten wir abwenden. Wir schmusen jetzt stattdessen mit ihnen und das finden wir alle schöner.

Gisbert hat ein orthopädisches Problem, das leider mehrere Fachärzte nicht wirklich benennen oder beheben konnten. Vermutlich nicht zuletzt seinem Alter geschuldet, läuft er einfach schlecht. Einen kleinen Galopp schafft er aber bisher noch, wenn es auf eine frische Weide geht. Solange das möglich ist, kann er sein Leben auch noch eine Weile genießen.

Leider hat uns Gesine im September 2019 verlassen.

Foto: Nicole Tschierse

Bärbel

Bärbel
Geboren: 05.09.2007
Gestorben: 13.11.2019
Rasse: Hängebauch-Minipig-Mix

Abschied von Bärbel
Bärbel
stammt aus einem Selbstversorger-Haushalt. Sie züchteten und schlachteten diese kleinen Schweine zum Eigenverzehr. Ihre Schwester Edda wurde kurz nach ihrer Geburt von ihrer Mutter verletzt. Sie wurde ins Haus geholt zur Pflege und ich wurde zur tierärztlichen Behandlung hinzu gezogen. Später beschloss ich, Edda und ein Geschwisterchen bei mir aufzunehmen. Die Wahl fiel auf Bärbel. Die anderen wurden dann wieder alle geschlachtet. Bärbel und Edda begleiteten mich also schon fast ihr ganzes Leben lang.

Foto: Nicole Tschierse

Judith
Geboren: 30.03.2017 
Gestorben: 15.03.2021
Rasse: Mix

Charakter: neugierig, unternehmungslustig, selbstbewusst

Abschied von Judith
Judith hatte das große Glück in Freiheit geboren worden zu sein. Ihre Mutter Gertrud wurde von uns trächtig übernommen. Die beiden waren immer unzertrennlich. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hatte sich Judith entsprechend entwickelt. An den von Gertrud angezettelten Weideausbrüchen war sie stets beteiligt.
Leider fiel sie, wie auch kurz vorher Flora, der grassierenden Rindergrippe in einem unserer Pensionsställe zum Opfer.
Judith war zu einem großen und prächtigen Rind heran gewachsen unter den wachsamen Augen ihrer Mutter. An ihr war nie etwas Schwächliches. Sie war jung und gesund. In zwei Wochen wäre sie vier Jahre alt geworden.
Dieser Virus macht seine eigenen Gesetze.


Vormals:
Judith ist Gertruds Tochter, welche tragend vor der Schlachtung gerettet wurde. Judith wurde in der Sicherheit eines Lebenshofes geboren und hat noch nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Die beiden sind fast nur im Duo anzutreffen. Da ihre Mutter ein freundliches, neugieriges und sehr unternehmungslustiges Rind ist, hat sich Judith entsprechend entwickelt, sprich: sie macht ihrer Mama jeden Unsinn nach - zum Beispiel aus Weiden ausbrechen, indem "man" über Zäune springt.

Judith

Judith war ausgewachsen leicht zu erkennen an ihrem Rotschopf, den sonst kein anderes unserer Rinder aufweist. Als Kälbchen war sie uni hell, auf dem Foto rechts ist sie vier Wochen alt.

Foto: Nicole Tschierse, Marietta Anton

Flora

Flora
Geboren: 01.05.2016
Gestorben: 10.03.2021
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: freundlich und lieb, menschenbezogen

Abschied von Flora
Flora hatte das Glück, für ein anderes Tier nachrücken zu können, das uns leider bei dem Versuch, es zu retten, entglitten ist. Ein wenige Tage altes Kalb wurde entgegen geltendem Recht dem Händler aufgenötigt. Dieser wollte es eigentlich auch nicht. Die Kälber reiner Milchrassen sind schon seit Längerem so wenig wert, dass das Futter nicht finanziert werden kann mit dem Erlös. Wir wollten übernehmen, mussten aber auf die Papiere der Blutuntersuchung warten, um uns nicht strafbar zu machen. Doch dann war das Kalb plötzlich verschwunden und wir bekamen nur wirre Auskünfte. Der Verbleib konnte nie endgültig geklärt werden. Wir bekamen eine Geschichte erzählt, die sich weder beweisen noch bestreiten ließ.

Wir haben stattdessen von den bereits eingegangenen Spenden gerettet, wen wir in die Finger bekommen haben. Dieses Kalb sah noch mit am besten aus aus der Gruppe der in Frage kommenden Tiere. Dennoch hatte es etliche Probleme. Den anfänglichen Durchfall und die partielle Pansenlähmung durch Mangelernährung und anschließende Futterumstellung haben wir in den Griff bekommen. Auch den bei Kälbern häufigen Lungeninfekt hat Flora leider nicht ausgelassen. Dann hat sie sich endlich zu einem schönen und gesunden Rind entwickelt, das sein Leben in Sicherheit noch lange hätte genießen können.

Aus "lange" wurden knapp 5 Jahre. Im März 2021 starb Flora einen sinnlosen Tod. Durch unabgesprochenes Umstellen und Neueinstallen von Rindern während der Stallzeit bei unserem Pensionslandwirt, wurde eine hochansteckende Infektionskrankheit eingeschleppt. Durch ihre oben beschriebene Krankengeschichte waren Teile von Floras Lunge vorgeschädigt. Sie hatte der aggressiven Rinder Grippe, mit der sie sich im Stall ansteckte, nicht genug entgegenzusetzen. Sie starb trotz mehrfacher Behandlungen innerhalb zweier Tage an der neuerlichen Lungenentzündung. Solche Tode können verhindert werden, wenn man den Tierbestand stabil hält oder zumindest Quarantänebereiche einrichtet. Leider ist das aber nicht immer ohne Weiteres umzusetzen. Wir arbeiten darauf hin, das zumindest hier bei uns im Sanamuhrium bald leisten zu können, wenn schon nicht auf allen Pensionsplätzen. Flora war ein freundliches und ganz bescheidenes Rind. Unaufdringlich und lieb. Sie hätte in unserer Obhut alt werden sollen. Mach es gut, du Schöne. Es wurde alles versucht, um dir zu helfen. Aber manchmal reicht auch das nicht aus 😥

Foto: Nicole Tschierse

Heinerbert

Heinerbert
Geboren am: 01.03.2016
Gestorben: 08.02.2021
Rasse: Merino Schaf

Charakter: freundlich, zugewandt

Abschied von Heinerbert.
Wir sind untröstlich. Seine Zeit im Versuchslabor hat Schädigungen erzeugt, die ihn früh das Leben kosteten.

Heinerbert kam im Juni 2018 zu uns. Nicole hatte ihn nach dem Hilferuf einer Freundin im letzten Augenblick aus dem Verschlag eines Landmetzgers befreien können. Dieses Schaf war aus einer Klink und stand de Studenten für Versuche und Übungen "zur Verfügung". Es hatte einem ihrer Schafe durch eine Blutspende das Leben gerettet. Sie wollte ihn übernehmen, wenn er abzugeben wäre, aber sie wurde nicht kontaktiert, als es soweit war. Stattdessen erfuhr sie durch Zufall, dass er schon zur Schlachtung weggegeben worden war. Sie setzte alle Hebel in Bewegung und als Nicole kam, war der Hof schon voller Käufer, die sich ihr Schaf zur Schlachtung auswählten. Drei Tiere konnten in Nicoles Auto in Sicherheit gebracht werden, Gesine, Gisbert und Heinerbert.

Während Heinerbert noch jung war, waren die aus privater Haltung stammende Gesine und Gisbert schon mindestens 10 Jahre alt.

Heinerbert war anfangs etwas schüchtern, wurde aber schnell zum anhänglichsten Schmuser, den man sich nur vorstellen kann. Er forderte Streicheln direkt ein, sogar von unseren Besuchern. Keiner konnte sich seinem Charme entziehen. Umso erstaunlicher finden wir es, dass sich in dem Versuchslabor nicht einer der Studenten für ihn eingesetzt hat, als sein Todesurteil gesprochen wurde. Ebenso erstaunlich ist es, dass Heinerbert so unbefangen auf Menschen zuging.

Leider haben uns Gesine - im September 2019 - und Heinerbert - im Februar 2021 - verlassen. Seine Lunge hatte durch die wiederholten Entzündungen durch verschlucktes Futter zu großen Schaden genommen

Als deutlich wurde, dass ihm mit keiner Behandlung der Welt mehr geholfen werden kann, gab es nur noch Verwöhnen, bis er auch das nicht mehr annehmen wollte und konnte. Mit ihm Zeit zu verbringen war immer ein Segen, er fehlt sehr. Hier durfte er das erste Mal auf eine Weide und niemand übte Spritzen, Venenkatheter und Schlundsonden legen an ihm und wozu er sonst noch herhalten musste in seinem vorherigen Leben. Seine Freiheit und seine Unversehrtheit durfte er bis zuletzt behalten, wenn auch nicht so lange, wie wir es uns für ihn und uns gewünscht hätten.

Foto: Nicole Tschierse