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Vroni

Vroni
Geboren: 22.10.2007
Gestorben: 25.09.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: emotional, verrückt, verschmust, je nachdem ...

Abschied von Vroni (Ein Nachruf auf eine sehr besondere Kuh von Nicole Tschierse)
Vroni war schon immer außergewöhnlich ängstlich und von einem ungewöhnlichen Temperament für ein Rind. Erst recht für ein Rind ihrer Rasse, die üblicher Weise eine sehr hohe Reizschwelle haben, bis sie in Bewegung kommen. Diese Besonderheit hat es ihr am Schlachthof, wo ich sie vor Jahren bei der Arbeit entdeckte, besonders schwer gemacht. Sie war so in Panik, dass sie gezittert hat wie ein Pappelstämmchen im Sturm. Selbst die Metzger haben sie verwundert beobachtet und mich gefragt, was mit ihr los sei. Ich konnte sie nicht ihrem Schicksal dort überlassen. Ich brachte es einfach nicht fertig. Also nahm ich sie mit mir und sie ließ sich auch nicht bitten. Allerdings sind alle Rinder, die ich jemals vom Schlachthof mitgenommen habe, um ihr Leben zu retten, mit Vollgas auf den sicheren Anhänger gesprungen. Völlig unabhängig von ihrem eigentlichen Temperament. Sie war immer nervös und misstrauisch, wenn man etwas von ihr wollte. Halftern, Blutprobe nehmen und dergleichen: schier unmöglich, weil sie sich in Panik auf der Flucht vor menschlichem Zugriff jedesmal fast schwer verletzt hätte. Wenn es allerdings um nichts ging, war sie zutraulich, genauer gesagt frech und zudringlich, aber auch einfach genießerisch. Sie war immer komplett ihren Emotionen ausgeliefert, ein bisschen von irgendetwas war einfach nicht ihre Maßeinheit. Nun kam seit Jahren das Problem hinzu, dass ihre Hormone verrückt spielten. Eierstockszysten sind bei Rindern nicht ungewöhnlich. Wenn sie sich nicht einfach durch Aufstechen behandeln lassen, immer wieder kehren, zu tumorösen Entartungen führen oder zu gefährlichem Verhalten, werden diese Kühe natürlich schnell aussortiert, sprich geschlachtet. Auf einem Lebenshof versucht man allerdings, auch solche Tiere zu betreuen und in Ruhe alt werden zu lassen. Mit Ruhe ist es dann allerdings mitunter nicht weit her. Vroni hat sich zunehmend selbst mit ihrem Verhalten gefährdet und auch vermehrt (noch) spielerisch alles attackiert, was in ihre Reichweite kam. Menschen, Fahrzeuge, fremde Rinder. Da wir nicht im luftleeren Raum leben, brachte das immer wieder Probleme mit sich. Vor Kurzem wurde die von uns gerettete Kuh Chaya, die mit dem selben Problem seit Jahren auf einem anderen Lebenshof lebt, erfolgreich kastriert. Ein Eingriff, der zwar keine Routine ist, aber hauptsächlich deshalb, weil er natürlich normalerweise von niemandem gewünscht wird. Nicht, weil er besonders schwierig oder risikoreich ist. Der regelmäßig bei Rindern durchgeführte Kaiserschnitt ist durchaus kritischer.
Ich habe mich lange mit den Klinikärzten dazu beraten, was sinnvoll für Vroni sein könnte. Und wir hatten im Nachhinein betrachtet irgendwie alle kein gutes Gefühl dabei, sie zu kastrieren, obwohl das nicht wirklich zu begründen war. Ausschlaggebend war für mich, dass ich wusste, wie quälend gerade für Vroni mehrfach notwendige Eingriffe werden würden. Und auch das Aufstechen birgt Risiken für eine Kuh. Meistens ist es bei der Variante des Aufstechens der Zysten leider nicht mit einem Mal getan und es kann zu Infektionen kommen. Aber "die Nägel mit Köpfen" zu machen hat sie nicht ausgehalten in ihrer Besonderheit. Leider war sie in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Sie war der Fall, der eigentlich nie eintritt.
Die Operation selbst in der Rinder Klinik verlief komplikationsfrei und sehr zur Zufriedenheit der beteiligten Ärzte. Aber am nächsten Tag war klar, dass es Vroni nicht gut geht. Der Bluttest ergab einen deutlich gefallenen Hämatokritwert, das bedeutet, sie verlor innerlich Blut. Um sie zu stabilisieren und für eine Nachoperation zu stärken, wurde ihr eine Bluttransfusion gegeben. Doch es geschah, was bei Rindern eigentlich nur theoretisch passieren kann, sie reagierte allergisch auf die Transfusion. Vor dem Tod durch einen anaphylaktischen Schock konnten die alarmierten Ärzte sie durch schnelles Handeln bewahren. Doch sie musste sofort als Notfall auf den OP Tisch, geschwächt wie sie war. Sonst wäre sie verblutet. Und dafür war sie nicht stark genug. Sie ist während der Notoperation gestorben. Die Ärzte waren ebenso am Boden zerstört wie ich, als ich die Nachricht bekommen habe.
Was mich sehr bewegt hat, war die Tatsache, dass der Chefarzt Vroni verstanden hat. Das haben in ihrem Leben nicht viele Menschen, die ihr begegnet sind. Er sagte zu mir, er hätte eher den Eindruck gehabt, dass Vroni sehr nervös sei, nicht aggressiv. Er hat sie als das ängstliche und zartbesaitete Wesen erkannt, dass sie immer war, wo andere bis an die Zähne bewaffnet glaubten, um ihr Leben gegen sie kämpfen zu müssen. Auch dort in der Klinik, wo fast alle große Angst vor ihr hatten. Und tatsächlich wurde sie in letzter Zeit öfter zunehmend gefährlich, aber nicht, wenn man sie bedrängte. Nur, wenn sie in Spiellaune war, wurde sie zum klassischen "Großmaul". Aus Angst heraus zeigte sie nie aggressives Verhalten.
Ich kann es nicht rückgängig machen, ich weiß, ich hätte auch so wie sie war mit ihr umgehen können. Ich wollte es für alle und gerade auch für sie selbst leichter machen. Ich werde in Zukunft wieder auf mein Bauchgefühl hören. Und auf nichts und niemanden sonst. Aber für Vroni ist es zu spät. Ich bin fassungslos.

Rückblick: Vronis Weg zu uns:
Am Morgen war sie noch ganz ruhig, nur etwas aufgeregt. Da hat sie mir schon den Blick zugeworfen, der mich vergiftet hat. Als später das Rindertöten los ging, ist sie vor Angst fast zusammen gebrochen. Ein Metzger hat mich nachdenklich, aber allen Ernstes gefragt: „Die zittert ja! Warum denn das?“

Sie stammt übrigens von dem Bauern, von dem auch Chaya, Dani und Gadi kamen. Die Tiere von diesem Hof erzählen sich wohl gegenseitig eine Geschichte, in der ich vorkomme. Ich erkenne sie im Schlachthof schon rein an dem Blick, mit dem sie mich ansehen ...

Knapp vor der Schlachtung bewahrt, lebt sie ihre eigenwillige Persönlichkeit bei uns zufrieden aus. Brüllen, Knurren, mit Hörnern und Klauen Erde aufscharren, Weidepfosten ausbuddeln, Heu und Strohballen zerlegen sind ihre Hobbies. Die meisten Menschen haben Angst vor ihr, wenn sie sie beim Hobby Ausleben erwischen. Aber wenn Vroni sich ausgetobt hat, kommt ihre andere Seite zum Vorschein. Sie ist dann ganz umgänglich.

Wenn sie eine Massage genießt, tut sie es mit jeder Faser ihres Seins. Und als sie Angst hatte, hatte sie die blanke Panik in jeder Körperzelle und wurde vom Zittern richtig durchgeschüttelt. Sie ist ein Feuerwerk an Leben.

Foto: Nicole Tschierse

Dicki
Geboren: 27.04.2011
Gestorben: 21.09.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: Zurückhaltend, aber sehr zutraulich und lieb

Abschied von Madame Dicki
Warum Madame Dicki? Als sie zu uns kam, hatte sie ihren Namen schon. Da sie unser M-Rind im Rettungalphabet war, bekam sie kurzerhand "Madame" vorangestellt. Sie war eine unserer ersten 5 Scottmariger Kühe.

Madame Dicki hat viel erleiden und erdulden müssen als Hochleistungs-Milchkuh aus der Nutzung. Eigentlich hätte sie den Milcheinschuss nach der Geburt ihres ersten Kalbes bereits nicht überlebt. Da war sie erst drei Jahre alt. Aufgrund ihrer starken Milchbildung lag sie fest. Zuviele lebensnotwendige Mineralien wurden mit der Milch aus ihrem Körper gespült. Beim dauerhaften Liegen, verletzte sie sich am Sprunggelenk. Bakterien gelangten in ihren Körper. Schnell waren überall Krankheitserreger in ihrem Körper. Die Tochter des Landwirtes kämpfte Monat um Monat um ihr Leben. Sie erstritt ihre Behandlungen und pflegte sie hingebungsvoll. Immer wieder ging es Dicki etwas besser und sie sollte zur Schlachtung, um wenigstens noch etwas Geld zu bringen. Wenn ihre menschliche Freundin das verhindern konnte, ging es ihr schon bald wieder so schlecht, dass auch eine Schlachtung nicht mehr möglich gewesen wäre, wegen hohem Fieber und Eiter im ganzen Körper. Eine Lösung für die Kuh ergab sich durch unseren Verein. Die Tochter musste ihren Schützling sogar noch frei kaufen. Zu uns gelangte sie einigermaßen munter, aber mit großen Abszessen am Oberschenkel. Antibiotika wirkten nicht mehr bei ihr. Die medizinballgroßen Eiterbeulen mussten mehrfach aufgeschnitten und ausgespült werden. Irgendwann bildete sich eine Fistel und der Eiter floss selbständig ab, ohne weitere Abszesse zu bilden. Zum Erliegen kam die Eiterbildung allerdings ihr Leben lang nie. Dennoch freute sie sich ihres Lebens. Sie liebte ihre kleine Tierfamilie, ihre Menschenfreunde und das gute Essen. Sie war sanft und ruhig, manchmal etwas scheu. Die langen Phasen der Behandlungen mit Spritzen und Zwangsmaßnahmen waren ihr natürlich zuwider. Sie war kein Fan von Veränderungen in ihrem Leben, dagegen war sie sehr misstrauisch anfangs. Meistens verweigerte sie sich dann mit bockbeinigem Erstarren. Später wurde sie wieder vertrauensvoller, als nichts Schlimmes mehr mit ihr passierte. Jetzt, mit neuneinhalb Jahren, haben die Erreger wieder an Kraft gewonnen und ihr erneut Schaden zugefügt. Ganz weg waren sie ja leider nie, aller Bemühungen zum Trotz. Sie hat alle Versuche, ihr auch diesmal zu helfen, brav über sich ergehen lassen. Aber der Schaden war inzwischen zu groß. Nach all der Zeit waren Herz und Nieren in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die Nierenfunktion war nicht mehr ausreichend, um Dicki weiter ihr freundliches, fröhliches Kuhleben zu ermöglichen. Ihr vielfach vernarbtes Hinterbein war inzwischen steif geworden. Mit einer bloßen körperlichen Behinderung hätten wir ihre Lebensumstände an ihre Bedürfnisse anpassen können. Aber die Fehlfunktion der Nieren hat ihr jeden Tag etwas von ihrer Lebenskraft geraubt. Schließlich war es ihr unmöglich, aufzustehen. Sie wurde noch ein paar Tagen mit ihren liebsten Leckerchen verwöhnt. Heute haben wir sie gehen gelassen, damit sie wieder frei ist und ohne Schmerzen, Begrenzungen und Angst. Wir haben gekämpft. Und nein, wir haben nicht verloren. Wir haben viele gute Jahre und Erfahrungen gewonnen.

Foto: Nicole Tschierse

Krawalli

Krawalli
Geboren: 14.02.2012
Gestorben: 16.06.2020
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: erst Krawallschachtel, später entspannt, selbstbewusst, stolz


Abschied von Krawalli
Krawalli stammte aus der Gießener Rettung, einer Hofauflösung wegen schlechter Haltung, mehrere Hundert Rinder waren damals betroffen. Einige davon konnten von Vereinen gerettet und auf Lebenshöfen untergebracht werden. Zum Teil sind sie dort leider wegen ihres schlechten Zustandes schon bald gestorben.
Krawalli stand eigentlich bei keinem Verein auf der Liste der Tiere, die übernommen werden sollten. Sie rettete sich mit einem Hechtsprung auf unseren bereit stehenden Anhänger einfach selber, denn niemand brachte es fertig, sie wieder in den Stall zurück zu treiben. Von da ab hat sie nach und nach ihre Unruhe stiftende Art abgelegt, die sie wohl beim Vorbesitzer immer und bei uns anfangs auch gezeigt hat.

Leider war sie nie lange gesund. Ständig hatte sie größere und kleinere Probleme aller Art, als würde etwas an ihr den schwächsten Punkt suchen.
Vor Kurzem scheint dieses Etwas Erfolg gehabt zu haben. Ihre seit dieser Weidesaison zunehmend verformten Nebenhöhlen und Kieferäste wurden ausgiebig in der Rinder Klinik untersucht und, soweit möglich, behandelt. Das Ergebnis war nicht ganz eindeutig. Die Prozesse an mehreren Stellen des Kopfes waren auf jeden Fall entzündlich. Ob auch tumorös, konnte nicht ganz sicher ausgeschlossen werden.

Leider sind die Knochenverformungen nicht rückgängig zu machen. Zähne haben sich gelockert, die Atmung war erschwert, ein Kieferknochen insgesamt instabil, mehrere offene Stellen hätten weitere Infektionsgefahr bedeutet. Heute hat sie uns die Entscheidung leichter gemacht, denn ihr Zustand hat sich über das Wochenende deutlich verschlechtert in der Klinik. Deshalb habe ich mich soeben in Absprache mit den Klinikärzten für die Euthanasie entschieden. Leid um jeden Preis zu verlängern, wäre keine gute Alternative gewesen.
Run free ❤😓

Text: Nicole Tschierse 16.06.20| Foto: Nicole Tschierse

Josy
Geboren: 20.08.2012
Gestorben: 04.06.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: sehr lieb und sehr dankbar

Abschied von Josy
Josy hat eine besondere Geschichte. Ursprünglich wurde sie von einem aus dem Fernsehen bekannten Landwirt gerettet. Der Verein Rüsselheim e. V. bekam sie bei der Abholung und Rettung eines anderen Rindes quasi als Zugabe. Sie war in einem so schlechten Zustand, dass sie ein wirtschaftlicher Totalschaden für den Besitzer war. Josy schaffte es gerade noch auf den Anhänger, zwar mit Mühe, aber sie wollte wirklich unbedingt mit. Von dort ging der Weg für sie direkt in die nächste Tierklinik. Überall am Körper waren Geschwüre vom Liegen, die voller Eiter waren. Sie wurde operiert, mehrere 10 Liter Eimer Eiter wurden zum Ablaufen gebracht, die Wunden gespült, mit Medikamenten aller Art versorgt und trotzdem war die Klinik zuletzt der Meinung, es sei besser, Josy einzuschläfern.

Ich wurde vom anderen Verein um Hilfe gebeten und nahm Josy in meinem Quarantänestall auf, um sie weiter zu pflegen. Dorthin war es von der Klinik aus nur kurz zu fahren und die weitere medizinische Versorgung war gewährleistet, weshalb die Klinik zuletzt damit einverstanden war.
Zu unserer Freude entwickelte Josy bei uns schnell viel Lebensfreude. Sie kam mit ihren zum Teil bleibenden Körperschäden erstaunlich gut zurecht. Ein dickes Hinterbein blieb als Schönheitsfehler zurück und benötigte lediglich häufigere Klauenkorrekturen, die Abszesse am übrigen Körper heilten auch ab. Lediglich ihr gebrochener Schwanzansatz mit Nervenabriss, vermutlich nach einer gewaltsamen Geburt, blieb ein Problem aus ihrem Vorleben mit lebenslangen Folgen für sie. Sie konnte den Schwanz kaum bewegen und war inkontinent, hatte also keine Kontrolle darüber, wie und wann sie Kot und Urin absetzte.

Bei unserem Umzug von Bayern nach Niedersachsen kam sie mit uns mit, weil sie sich inzwischen mit Kuh Queenie gut angefreundet hatte und wir die beiden nicht trennen wollten. Das ist fast sechs Jahre her, seitdem war sie in einer kleinen Herde befreundeter Rinder und genoss die Sommer auf der Weide. Wunderbarer Weise kam sie trotz ihrer Behinderung immer gut zurecht.

Dieses Jahr kam die kleine Truppe erst etwas später, an Pfingsten, auf die Weide. Josy zog sich dabei zwei kleinere Verletzungen am Schwanz zu, an dem sie weiterhin kaum etwas fühlen konnte. Sofort setzten Fliegen dort ihre Eier ab, ein Problem, dass zwar grundsätzlich während der Weidezeit bekannt ist, das ich aber selbst noch nie bei meinen Tieren hatte, obwohl ab und zu kleinere Verletzungen vorkommen können. Sie wurde dagegen behandelt, aber die Fliegen gaben nicht auf und probierten es täglich aufs Neue. Also war die Überlegung, Josy wieder auf den Hof zu holen, um die Behandlungen leichter durchführen zu können, die scheinbar trotz allem täglich nötig blieben. Heute Nacht hat sie uns die Entscheidung abgenommen. Sie verstarb an dem Platz, an den sie sich nach dem Grasen hingelegt hatte. Warum sie starb, bringt vielleicht noch die pathologische Untersuchung ans Licht. Alle Kollegen, mit denen ich Rücksprache gehalten habe, halten Herzversagen oder einen Gefäßverschluss für am Wahrscheinlichsten.

Josy, wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Bilder sprechen für sich. Jetzt bist du wieder mit Frau Rosalie aus deiner kleinen Herde zusammen, die diesen Winter gestorben ist. Es war so bewegend nach deiner Rettung damals zu sehen, wie du plötzlich entdeckt hast, dass das Leben doch schön ist.

Du bleibst unvergessen.

Foto: Nicole Tschierse

Niedliche Lina

Lina
Geboren: 16.08.14
Gestorben: Mai 2020
Rasse: Weiß-blauer Belgier-Mix

Charakter: zurückhaltend

Abschied von Lina
In einer Blitzaktion auf Facebook wurden mehrere Kälber innerhalb weniger Tage gerettet. Ganz mutig kaufte Michaela G. zwei Kälber:
Lina und den gleichaltrigen Benny.

Lina starb nach einem Weideunfall, sie wurde nur knapp 6 Jahre alt. Sie lebte von 2015 bis 2020 zusammen mit Benny auf einem Pensionshof in Schwaben.

Foto: Michaela Grimminger

Rosalie
geboren: 11.02.2012
gestorben: 05.03.2020

Rasse: Schwarzbunte
Charakter: erst sehr ängstlich, später freundlich, fröhlich, verschmust

Abschied von Frau Rosalie
Sie stammte aus einer Betriebsauflösung und wurde von einer privaten Retterin an uns vermittelt, um sie vor dem Export zu bewahren. Sie war ein freundliches, aber schüchternes Tier mit wenig Selbstbewusstsein. 
Sie fand sich nach und nach bei Tier und Mensch ein und fühlte sich in einer kleinen Vierer-Herde bestens aufgehoben. Sie stand zusammen mit Vroni, Queenie und Josy. Sowohl auf der Weide als auch im Winterquartier sorgten wir für ein ihr bekanntes und stabiles Umfeld.

Anfang März 2020 hatte Frau Rosalie nachts einen Unfall im Stall, bei dem sie schwer an der Wirbelsäule verletzt wurde. Was genau passiert ist, können wir nur mutmaßen. Vermutlich hatte es mit Brunft und sehr viel Pech zu tun, denn diese Vierergruppe hat eigentlich ausgezeichnet zusammen gepasst. Den Folgetag über haben wir versucht, ihr wieder auf die Beine zu helfen. Aber es hat nichts Wirkung gezeigt und irgendwann war klar, dass wir ihr keinen Gefallen damit tun, weiter abzuwarten. Manchmal ist es nur schwer zu ertragen.

Liebe Rosalie, du hast uns viel Freude bereitet und bleibst unvergessen!

Foto: Nicole Tschierse

Soja
Geboren: 09.02.2001
Gestorben: 05.02.2020
Rasse: Charolais

Charakter: lebensfroh, sehr lieb, unkompliziert und freundlich

Abschied von Soja
Soja war Rosines Freundin und sollte altersbedingt geschlachtet werden. Wir fanden sie vor als ein 15-jähriges schauriges Klappergestell mit massiven Fehlstellungen.

Ihre Tochter Tofu war ihr 13. Kalb und wir haben alle Drei im Mai 2016 gemeinsam befreit. Eigentlich wollte der Landwirt Tofu behalten, um mit ihr weiter zu züchten. Aber wir versuchen immer - wenn möglich - ganze Familien zu retten. Rinder hängen sehr an ihren nahen Verwandten und Freunden. Deshalb durfte Tofu dann auch mitkommen.

Soja lebte mit Tochter Tofu und Freundin Rosine zusammen erst im Hunsrück und dann auf einem wunderschönen Pensionsplatz in Hessen.

Soja starb Anfang Februar 2020 und verfehlte ihren 19. Geburtstag um nur 4 Tage. Ein stolzes Alter für eine einst derart ausgebeutete Milchkuh und 13-fache Mutter.

Foto: Nicole Tschierse

Ulla, die Eule

Ulla
Geboren: 14.07.2001 
Gestorben: 23.01.2020
Rasse: Highland

Charakter: eine der zutraulicheren der Highländer-Herde

Abschied von Ulla-die Eule
Ulla war eines der 14 schottischen Hochlandrinder, die wir 2016 als komplette Herde übernahmen. Zum Glück war sie nicht tragend.

Als Älteste der Herde war sie neben Chef Poppey das Leittier der Herde.

Sie hatte als eine der wenigen bereits einen Namen: Eule, so dass wir diesen gemäß unserem Rettungsalphabet ("U" war dran), mit ihrem neuen Namen Ulla kombinierten. Gerufen haben wir sie aber "Eule".

Man konnte sie jederzeit erkennen an der asymmetrischen Stellung ihrer imposanten Hörner.

Ulla Eule ist in der Nacht auf den 23.01.2020 gestorben. Sie war vorher nicht auffällig und ist wohl einfach hinüber gewechselt.

Mit 18einhalb Jahren ist das für ein Rind auch zulässig. Trotzdem war sie jemand, den wir vermissen werden. 💝

Du bleibst unvergessen, du warst ein tolles Tier!

Foto: Natalie Jazi

Tofu

Tofu
Geboren: 16.02.2016
Gestorben: 06.10.2019
Rasse: Charolais-Mix

Charakter: wie ihre Mama lebensfroh, sehr lieb, unkompliziert und freundlich

Abschied von Tofu
Eigentlich wollte der Landwirt die 3-monatige Tofu behalten, um mit ihr weiter zu züchten. Aber wir versuchen immer - wenn möglich - ganze Familien zu retten. Rinder hängen sehr an ihren nahen Verwandten und Freunden. Als wir ihre Mutter Soja zusammen mit deren Freundin Rosine im Mai 2016 retteten, durfte Tofu dann auch mitkommen.
Tofu ist Sojas 13. Kalb und das einzige, das sie behalten durfte.

Tofu und Mama Soja lebten zusammen erst im Hunsrück und dann auf einem wunderschönen Pensionsplatz in Hessen.

Tofu verunglückte Anfang Oktober 2019 und wurde nur 3 1/2 Jahre alt.

Foto: Nicole Tschierse

Ilse Apple to go

Ilse
Geboren: 2007
Gestorben: 28.09.2019
Rasse: Zwergziegen Mix

Charakter: clever, charmant, lösungsorientiert, außergewöhnlich

Abschied von Ilse
Am 06. Juli 2018 wurde Ilse zu uns umgesiedelt. Sie war schon 11 Jahre und hatte seit ihren Kindertagen nicht mehr mit anderen Ziegen zu schaffen. Ilse konnte dort, wo sie war nicht mehr versorgt werden aus gesundheitlichen Gründen. Erstmal war sie sehr überfordert und auch wütend über die ungewollte Veränderung. Mit Menschen war sie von Anfang an großartig. Nach einiger Zeit hat sie ihre neuen Möglichkeiten geliebt und auch voll ausgeschöpft.
Im September 2019 hat sie uns verlassen und wir waren untröstlich. Eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, die wir je kennen lernen durften, ist aufgebrochen, um andere Dinge zu erfahren. Ilse ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Anekdote 22.08.2019:
Ilse ist möglicherweise eine der cleversten Personen am Hof. Heute hat sie mich zum wiederholten Male dran gekriegt beim Rein-/ Rausfahren am Hoftor und ist entwischt. Da sie nur das Unkraut reduziert an unserer Straßenseite, war mir das mal eben kurz egal. Aber dann hab ich sie völlig draußen vergessen. Viel später ist sie mir siedend heiß wieder eingefallen. Da sie nirgends mehr zu sehen war, bin ich mit dem Auto los. Und wo war sie? Perfekt selbständig aufgeräumt auf der Weide hinterm Hof bei unseren Rindern. Da ist Wasser, ein Zaun drumherum, damit sich niemand aufregt, auch wenn sie den natürlich frei passieren kann, deshalb war sie ja drin. Und Kraftfutterreste von den Rindern hat sie dort auch noch gefunden und "aufgeräumt". Mitarbeiter, die eigenständig zum Wohle des Betriebes denken und handeln: unbezahlbar ❤

Foto: Nicole Tschierse