Nach Richard musste heute auch Highlander Ochse Xenos erlöst werden. Er hatte schon über ein Jahr Probleme mit dem hinteren Rücken und den Hinterbeinen. Das gleiche Problem, wegen dem wir auch seinen Halbbruder Yago verloren haben. Heute lag er endgültig fest und wurde euthanasiert. Xenos war ein wildes, menschenscheues Kerlchen. Jetzt ist er wieder ganz frei. Ein Teil seiner Herde ist ihm mittlerweile schon voraus gegangen. Mach es gut, Xenos!
Vielleicht triffst du ja auf die aus deiner Herde, die schon dort sind, Anabelle, Ulla Eule, Rischka, Vespa, Yago, Toyota und Suzuki.
Charakter: "Übermutter", skeptisch gegenüber Menschen
Abschied von Vespa Ein Nachruf von Nicole Tschierse
Lebe wild. Sterbe frei Das neue Jahr 2022 beginnt leider damit, dass wir Abschied von einer unserer Highland Kühe nehmen mussten. Vespa war das Rind der Herde, das gegenüber Menschen am meisten Misstrauen hegte. Mit Recht. Schließlich war geplant, sie mit ihrer kleinen Tochter Toyota bei Fuß, ihrer noch ungeborenen Tochter Mogli im Leib und der ganzen restlichen Herde, dem Schlachter zu übergeben. Das ist nicht passiert. Sie konnte ihre Töchter in Sicherheit und Freiheit aufwachsen sehen. Sie hat jeden attackiert, der sich ihren wertvollen Schätzen nähern wollte. Als Mogli frisch geboren war und noch nicht von Mutti eingenordet, hat die Kleine sich mir vertrauensvoll und neugierig auf noch wackeligen Beinchen genähert. Sie wollte wissen, wer ich so bin, jetzt wo sie auch auf der Welt war . Ich war eigentlich weit genug entfernt auf der Weide, aber die kleinen Kälber sind ja schon ziemlich schnell. Vespa war so entsetzt, dass sie keine Zeit hatte, meine Exekution zu planen und durchzuführen. Sie hat ihre Kleine geschnappt und sie mit fliegenden Hufen weggebracht aus Menschennähe. Kurze Zeit darauf bekam man von beiden Töchtern maximal noch die Köpfe zu sehen, die vorsichtig hinter Muttis Popo vorspitzten. Als die beiden größer wurden, sind sie dennoch so gut wie nie von der Seite ihrer Mutter gewichen. Vespa hat in den letzten Wochen einen Gebärmuttervorfall entwickelt. Unabhängig von Geburten, mit denen das häufig im Zusammenhang steht, kann sich das auch durch altersbedingte Bindegewebeschwäche entwickeln. Manchmal geht er von selbst wieder zurück, manchmal kann man ihn mit einem Eingriff beheben. Manchmal kann man nichts mehr machen. Bei Vespa war der Verlauf schnell und massiv. Wir beschlossen, sie gehen zu lassen und das hat sie auch friedlich angenommen. Bei einem Tier wie sie es war, hat es viel Bedeutung, Einverständnis signalisiert zu bekommen. Es war ihre Art zu danken, dass wir sie bis zuletzt in Ruhe gelassen haben und sie ihre Töchter bei uns in Sicherheit weiß. Vespa, du warst eine große, stolze Kriegerin und niemand durfte dir das nehmen
Vespas Geschichte Vespa war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm - zu diesem Zeitpunkt war sie tragend und hatte ein wenige Monate altes Kalb, Tochter Toyota, an ihrer Seite.
Im Mai 2017 schenkte Vespa als fünfte tragende Kuh der Herde einem weiteren Kälbchen das Leben: Mogli.
Vespa war die Übermutter in der Gruppe und immer sehr besorgt um die Kleinen, auch um die, die nicht zu ihr gehören. Menschliche Übergriffe auf jüngere Herdenmitglieder duldete sie nicht. Ihre eigenen Töchter versteckt sie immer hinter sich. Auch nach Jahren noch. Zuviele ihrer Kälber wurden ihr scheinbar im Laufe ihres Lebens weggenommen.
Charakter: eine der zutraulicheren der Highländer-Herde
Abschied von Ulla-die Eule Ulla war eines der 14 schottischen Hochlandrinder, die wir 2016 als komplette Herde übernahmen. Zum Glück war sie nicht tragend.
Als Älteste der Herde war sie neben Chef Poppey das Leittier der Herde.
Sie hatte als eine der wenigen bereits einen Namen: Eule, so dass wir diesen gemäß unserem Rettungsalphabet ("U" war dran), mit ihrem neuen Namen Ulla kombinierten. Gerufen haben wir sie aber "Eule".
Man konnte sie jederzeit erkennen an der asymmetrischen Stellung ihrer imposanten Hörner.
Ulla Eule ist in der Nacht auf den 23.01.2020 gestorben. Sie war vorher nicht auffällig und ist wohl einfach hinüber gewechselt.
Mit 18einhalb Jahren ist das für ein Rind auch zulässig. Trotzdem war sie jemand, den wir vermissen werden. 💝
Abschied von Rischka Rischka war eines von 14 Schottischen Hochlandrindern, die der Verein 2016 übernahm. Zu diesem Zeitpunkt war sie tragend.
Ihr Sohn Kurt kam am 04.04.2017 zur Welt. Rischka kümmerte sich liebevoll um ihn.
Rischka ist in der Nacht zum 21.09.2018 gestorben. Sie war bereits separiert und in tierärztlicher Behandlung seit zwei Tagen, weil sie Symptome einer Infektion gezeigt hatte. Seit der Geburt ihres letzten Kalbes Kurt kam sie nicht mehr in einen wirklich guten Zustand zurück, zumal sie sich auch noch um Kalb Lucille mit gekümmert hat, das von ihrer eigenen Mutter nicht ausreichend mit Milch versorgt werden konnte.
Leider wurden von der Vorbesitzerin relativ alte Tiere weiterhin zur Zucht verwendet, die ihre Energie besser in sich selbst hätten investieren sollen. Rischka war durch die "beiden Kinder" einfach zu sehr geschwächt. Sie hatte der Erkrankung zu wenig entgegen zu setzen.
Mit 15 1/2 Jahren hatte sie aber ein längeres Leben als die allermeisten Rinder.
Gute Reise meine Gute, du hast alles für die Kleinen in deiner Obhut gegeben und warst ein ganz bescheidenes und freundliches Tier ❤
Charakter: eine der zutraulichsten der Highland-Herde und eine fürsorgliche Mama
Abschied von Anabelle Anabelle hat ihre Tochter Diederieke schon bei sich gehabt, als wir 2016 die damals 14-köpfige Highland-Herde übernahmen.
Sie lebte mit der Herde zusammen, ganzjährig draußen mit angrenzendem Offenstall. Sie genoss das Leben in dieser maximalen möglichen Freiheit zusammen mit ihren Freunden.
Zu ihrer Tochter Diederieke hatte sie eine tolle Bindung, ein Mutter-Tochter-Paar, das stets für berührende Bilder sorgte.
Sie wurde - für uns völlig überraschend - im Juni 2018 tot auf der Weide vorgefunden. Anabelle wurde leider nur fünf Jahre alt.