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Dicki
Geboren: 27.04.2011
Gestorben: 21.09.2020
Rasse: Fleckvieh

Charakter: Zurückhaltend, aber sehr zutraulich und lieb

Abschied von Madame Dicki
Warum Madame Dicki? Als sie am 26. Juli 2014 zu uns kam, hatte sie ihren Namen schon. Da sie unser M-Rind im Rettungalphabet war, bekam sie kurzerhand "Madame" vorangestellt. Sie war eine unserer ersten fünf Scottmariger Kühe.

Madame Dicki hat viel erleiden und erdulden müssen als Hochleistungs-Milchkuh aus der Nutzung. Eigentlich hätte sie den Milcheinschuss nach der Geburt ihres ersten Kalbes bereits nicht überlebt. Da war sie erst drei Jahre alt. Aufgrund ihrer starken Milchbildung lag sie fest. Zuviele lebensnotwendige Mineralien wurden mit der Milch aus ihrem Körper gespült. Beim dauerhaften Liegen, verletzte sie sich am Sprunggelenk. Bakterien gelangten in ihren Körper. Schnell waren überall Krankheitserreger in ihrem Körper. Die Tochter des Landwirtes kämpfte Monat um Monat um ihr Leben. Sie erstritt ihre Behandlungen und pflegte sie hingebungsvoll. Immer wieder ging es Dicki etwas besser und sie sollte zur Schlachtung, um wenigstens noch etwas Geld zu bringen. Wenn ihre menschliche Freundin das verhindern konnte, ging es ihr schon bald wieder so schlecht, dass auch eine Schlachtung nicht mehr möglich gewesen wäre, wegen hohem Fieber und Eiter im ganzen Körper. Eine Lösung für die Kuh ergab sich durch unseren Verein. Die Tochter musste ihren Schützling sogar noch frei kaufen. Zu uns gelangte sie einigermaßen munter, aber mit großen Abszessen am Oberschenkel. Antibiotika wirkten nicht mehr bei ihr. Die medizinballgroßen Eiterbeulen mussten mehrfach aufgeschnitten und ausgespült werden. Irgendwann bildete sich eine Fistel und der Eiter floss selbständig ab, ohne weitere Abszesse zu bilden. Zum Erliegen kam die Eiterbildung allerdings ihr Leben lang nie. Dennoch freute sie sich ihres Lebens. Sie liebte ihre kleine Tierfamilie, ihre Menschenfreunde und das gute Essen. Sie war sanft und ruhig, manchmal etwas scheu. Die langen Phasen der Behandlungen mit Spritzen und Zwangsmaßnahmen waren ihr natürlich zuwider. Sie war kein Fan von Veränderungen in ihrem Leben, dagegen war sie sehr misstrauisch anfangs. Meistens verweigerte sie sich dann mit bockbeinigem Erstarren. Später wurde sie wieder vertrauensvoller, als nichts Schlimmes mehr mit ihr passierte. Jetzt, mit neuneinhalb Jahren, haben die Erreger wieder an Kraft gewonnen und ihr erneut Schaden zugefügt. Ganz weg waren sie ja leider nie, aller Bemühungen zum Trotz. Sie hat alle Versuche, ihr auch diesmal zu helfen, brav über sich ergehen lassen. Aber der Schaden war inzwischen zu groß. Nach all der Zeit waren Herz und Nieren in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die Nierenfunktion war nicht mehr ausreichend, um Dicki weiter ihr freundliches, fröhliches Kuhleben zu ermöglichen. Ihr vielfach vernarbtes Hinterbein war inzwischen steif geworden. Mit einer bloßen körperlichen Behinderung hätten wir ihre Lebensumstände an ihre Bedürfnisse anpassen können. Aber die Fehlfunktion der Nieren hat ihr jeden Tag etwas von ihrer Lebenskraft geraubt. Schließlich war es ihr unmöglich, aufzustehen. Sie wurde noch ein paar Tagen mit ihren liebsten Leckerchen verwöhnt. Heute haben wir sie gehen gelassen, damit sie wieder frei ist und ohne Schmerzen, Begrenzungen und Angst. Wir haben gekämpft. Und nein, wir haben nicht verloren. Wir haben viele gute Jahre und Erfahrungen gewonnen.

Foto: Nicole Tschierse

Ich möchte euch unseren Verein weil Tiere lieber leben e.V. vorstellen.

Mein Name ist Nicole Tschierse. Im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Tierärztin, bin ich zum Tierschutz gelangt. Erst ging es dabei um Kleintiere,die immer wieder auch über den beruflichen Rahmen hinaus Pflege, Vermittlung und Palliativversorgung benötigten. Später, im Rahmen meiner Nebentätigkeit als amtliche Tierärztin der Fleischbeschau in Schlachthöfen, auch um große sogenannte Nutztiere. Seit Kindheit vegetarisch, später vegan, war mein beruflicher Werdegang ungewöhnlich.

Durch schriftliche Berichte, Interviews, Zeitungsartikel und Fernsehberichte konnte ich das Thema des Tierleids in der Tierindustrie vielen Menschen näher bringen. Viele haben durch meine Beschreibungen der Vorgänge in Schlachthöfen ihre Ernährungs- und Konsumgewohnheiten überdacht und verändert. Tiere nicht zu konsumieren, ist der einfachste und effektivste Weg, Tierschutz zu betreiben.

Im Verlauf verschiedener Tierrettungen wurde ein kleiner Rettungshof für Tiere gegründet, Scottmaring. Dann der Verein, der bis heute unsere Arbeit an der Front ermöglicht, Weil Tiere lieber leben eV.

Die inzwischen über 100 geretteten Rinder und zahlreiche andere Tiere wurden mit Umsicht überwiegend auf ausgewählte Pensionsplätze verteilt, die von unserem Verein finanziert und beaufsichtigt werden. Auf einen dieser Höfe bin ich vor fünf Jahren selbst mit einem großen Teil unserer Schützlinge umgesiedelt, um die Hofleitung zu übernehmen und mein fachliches und praktisches Wissen nach Möglichkeit weiter zu geben. Jetzt ist es an der Zeit, für unsere älter werdenden Schützlinge einen sicheren Ort zu schaffen, der den Bedürfnissen kranker und alter Tiere, vor allem Rinder, gerecht werden kann. Die Pflege kann so aufwendig werden, dass auch ein guter Pensionsplatz damit überfordert ist.

Um diesen neuen Platz zu schaffen, ein Sanamuhrium, sammeln wir momentan alle Kräfte und benötigen dabei jede mögliche Unterstützung.
Denn mit der Rettung alleine ist es nicht getan. Die Verantwortung für die Tiere bleibt über Jahre und Jahrzehnte bestehen und muss auch angemessen übernommen werden können.

Shanti

Shanti
Geboren: 30.05.1999
Rasse: Maultier, Mutter Engl. Vollblut, Vater Katalanenmix

Charakter: zuverlässig, lieb

Shanti wünscht sich noch Paten zur Unterstützung der Versorgungskosten.

Shanti ist seit Fohlenalter in meiner Obhut. Sie war lange schwierig im Umgang und hat zum Teil sehr lange gebraucht, Abläufe zu akzeptieren. Aber irgendwann hat sie die meisten Dinge im täglichen Umgang zuverlässig und gelassen mitgemacht. Sie wusste es immer zu schätzen, dass niemand überzogene Forderungen an sie stellte. Auch im Alter besticht sie durch robuste Gesundheit. Sie begleitet mich jetzt schon fast mein halbes Leben.

Foto: Selina Kiesling

Gina

Gina
Geboren: 14.06.1999
Rasse: QH-Mulistute

Charakter: verschmust und umgänglich

Gina wünscht sich noch Paten zur Unterstützung der Versorgungskosten.

Gina kam zusammen mit Shanti und war ursprunglich nur zur Aufzucht und späteren Weitervermittlung gedacht. Dann hatte sie eine schwere Vergiftung, an der sie fast gestorben wäre. Es dauert fast zwei Jahre, bis sie sich ganz davon erholt hatte. Seitdem ist spätestens klar, dass die beiden nicht von Menschen getrennt werden.

Foto: Selina Kiesling

Tami

Tami
geboren am 18.02.2015
Rasse: Milchziegen Mix

Charakter: frech, unternehmungslustig

Tami stammt aus einem Milchbetrieb für Ziegen. Sie war zu kleinwüchsig. Das ist zum Melken unerwünscht, da das Euter zu schlecht zu erreichen ist. Sie wurde deshalb zur Schlachtung aussortiert, gemeinsam mit dem männlichen Nachwuchs im Betrieb. Eine Nachbarin hat uns kontaktiert und bat um Hilfe.

Ein Foto aus "Kindertagen":

Maja (links ) und Tami (rechts)
Maya (links) und Tami (rechts)

Fotos: Selina Kiesling

Maja

Maya
geboren am 18.02.2015
Rasse: Milchziegen Mix

Charakter: etwas einfältig, aber lieb

Maja wünscht sich noch Paten zur Unterstützung der Lebenskosten.

Maya stammt aus dem selben Betrieb wie ihre Freundin Tami. Sie war ebenfalls zu klein für die Nutzung als Milchziege. Zusammen zogen sie zu uns, anstatt beim Schlachter zu enden.

Ein Foto aus "Kindertagen:

Tami (links) und Maja (rechts)
Tami (links) und Maya (rechts)

Foto: Selina Kiesling

Vadislav

Vadislav
geboren am 11.10.2018
Rasse: Mini-Pig

Charakter: ruhig, selbstbewusst

Vadislav ist uns vom Veterinäramt übergeben worden. Er stammte aus nicht artgerechter Haltung. Beinahe wäre er alleine in einem dunklen, kalten Schuppen im Winter erfroren. Er war eine zeitlang sehr kälteempfindlich und hat sich deshalb bevorzugt in der Küche aufgehalten. Als halbwüchsiger Teenager hat er aber dann den Absprung in ein freies Schweineleben unter Schweinen geschafft. Bis er integriert war, hat dann zwar noch eine Weile gedauert. Anfangs ist er gelegentlich mit schlechtem Benehmen gegen seine Artgenossen aufgefallen. Aber inzwischen klappt es wunderbar in seinem sozialen Leben.

Foto: Nicole Tschierse

Eleonora

Eleonora
Geboren: 15.05.2015
Rasse: Fleckvieh

Charakter: zugewandt

Möchten Sie Eleonara mit einer Patenschaft bei ihren Versorgungskosten unterstützen?

Eleonora war der Anfang einer vierfachen Rettung aus dem gleichen Stall, bei dem drei Tierschutzvereine zusammen gearbeitet haben: Eleonora und ihre Freundin Nicki, „Weihnachtsbraten“ Toni und Kuh Josy. Eleonora ist kleinwüchsig und daher ein (land-)wirtschaftlicher Totalschaden, die lediglich Futter verbraucht und keinen Ertrag einbringt. Die Frau des Landwirts hat nach dem Aufladen gesagt, dass ihr Mann das Kälbchen erschlagen oder abgestochen hätte, weil kein Metzger sie haben wollte. Die Kleinwüchsigkeit wurde ihr übrigens von dem Bullen vererbt, von dem der Samen zur Besamung stammte. Erst etwas verspätet wurde bemerkt, dass er manchmal Zwergwuchs vererben kann. Ihr Leid war also doppelt menschengemacht.

Eleonora lebt mit den Freunden Nicki und Toni im Schwarzwald und wird vom Verein Rüsselheim e.V. versorgt. Die damals schwerkranke Josy kam in unsere Obhut. Für Eleonora steuern wir die Unterhaltskosten bei. Dafür brauchen auch wir wiederum Unterstützung.

Foto: Nicole Tschierse

Krawalli

Krawalli
Geboren: 14.02.2012
Gestorben: 16.06.2020
Rasse: Schwarzbunte

Charakter: erst Krawallschachtel, später entspannt, selbstbewusst, stolz


Abschied von Krawalli
Krawalli stammte aus der Gießener Rettung, einer Hofauflösung wegen schlechter Haltung, mehrere Hundert Rinder waren damals betroffen. Einige davon konnten von Vereinen gerettet und auf Lebenshöfen untergebracht werden. Zum Teil sind sie dort leider wegen ihres schlechten Zustandes schon bald gestorben.
Krawalli stand eigentlich bei keinem Verein auf der Liste der Tiere, die übernommen werden sollten. Sie rettete sich mit einem Hechtsprung auf unseren bereit stehenden Anhänger einfach selber, denn niemand brachte es fertig, sie wieder in den Stall zurück zu treiben. Von da ab hat sie nach und nach ihre Unruhe stiftende Art abgelegt, die sie wohl beim Vorbesitzer immer und bei uns anfangs auch gezeigt hat.

Leider war sie nie lange gesund. Ständig hatte sie größere und kleinere Probleme aller Art, als würde etwas an ihr den schwächsten Punkt suchen.
Vor Kurzem scheint dieses Etwas Erfolg gehabt zu haben. Ihre seit dieser Weidesaison zunehmend verformten Nebenhöhlen und Kieferäste wurden ausgiebig in der Rinder Klinik untersucht und, soweit möglich, behandelt. Das Ergebnis war nicht ganz eindeutig. Die Prozesse an mehreren Stellen des Kopfes waren auf jeden Fall entzündlich. Ob auch tumorös, konnte nicht ganz sicher ausgeschlossen werden.

Leider sind die Knochenverformungen nicht rückgängig zu machen. Zähne haben sich gelockert, die Atmung war erschwert, ein Kieferknochen insgesamt instabil, mehrere offene Stellen hätten weitere Infektionsgefahr bedeutet. Heute hat sie uns die Entscheidung leichter gemacht, denn ihr Zustand hat sich über das Wochenende deutlich verschlechtert in der Klinik. Deshalb habe ich mich soeben in Absprache mit den Klinikärzten für die Euthanasie entschieden. Leid um jeden Preis zu verlängern, wäre keine gute Alternative gewesen.
Run free ❤😓

Text: Nicole Tschierse 16.06.20| Foto: Nicole Tschierse